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Sparkassen ebnen Weg für Fusionsgespräche von Deka, Helaba

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Rund ein Jahr nach einem ersten Vorstoß von Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis, ein Zentralinstitut für die Finanzgruppe zu schaffen, nehmen die Pläne konkrete Formen an.

In einem ersten Schritt sollen Dekabank und Helaba Gespräche zur Prüfung einer “vertieften Zusammenarbeit bis hin zu einer Zusammenführung” aufnehmen, wie eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) erklärte. Ein entsprechendes Konzept von Schleweis sei am Dienstag von den Verbandsvorstehern und Landesobleuten der Sparkassen-Finanzgruppe “zustimmend zur Kenntnis genommen worden”.

Mehrheitseigner der Helaba ist der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen. Dessen Sprecher Frank Schillinger erklärte auf Nachfrage von Bloomberg, dass der Verband die Helaba auch als eigenständiges Institut “gut aufgestellt” sehe. Dennoch stehe man Überlegungen zu einer Kräftebündelung in der Sparkassen-Gruppe offen gegenüber.

Als nächtstes müssen sich unter anderem die Verwaltungsräte von Deka und Helaba positionieren und gegebenenfalls ihre Vorstände mit Verhandlungen beauftragen. Bei beiden Instituten tagen die Räte erst wieder im Dezember.

Viele deutsche Banken leiden unter niedriger Profitabilität und stehen unter Konsolidierungsdruck. Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling hatte erst im Juli auf die strukturellen Veränderungen in der Branche hingewiesen. “Grund hierfür sind vor allem das Niedrigzinsumfeld, die herausfordernde Wettbewerbssituation sowie die Digitalisierung, die hohe Investitionen und Anpassungen von den Banken erfordern”, sagte er damals.

Da sich sowohl Helaba und Dekabank mehrheitlich im Besitz der Sparkassen befinden, könnten sich Fusionsverhandlungen zwischen den beiden Instituten einfacher gestalten als mit anderen Teilen der Sparkassen-Gruppe. So halten beispielsweise Bundesländer die Mehrheit an der BayernLB und an der Norddeutschen Landesbank.

Dem Konzept von Schleweis zufolge sollen Helaba und Dekabank den Startpunkt für ein mögliches Sparkassen-Zentralinstitut bilden. Weiteren Instituten der Gruppe “soll sofort oder später eine Beteiligung ermöglicht werden”, sagte die DSGV-Sprecherin.

Schleweis hatte seit einigen Monaten intensiv für ein Sparkassen-Spitzeninstitut geworben. “Die deutschen Sparkassen wollen eine einzige, durch sie gemeinsam getragene und kontrollierte Sparkassen-Zentralbank. Daran arbeiten wir”, sagte er etwa im Mai.

Einige Landesbanken-Eigner sehen eine mögliche Fusionen im Sektor aber kritisch. Fritz Kuhn, der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, die mit 19 Prozent an der Landesbank Baden-Württemberg beteiligt ist, sprach Ende 2018 etwa von einem “nicht kalkulierbaren Abenteuer”.

(Durchgängig aktualisiert)

Kontakt Reporter: Stephan Kahl in Frankfurt skahl@bloomberg.net

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