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Sparkasse lässt Mitarbeiter Stundenanzahl selbst aussuchen

Stephan Kahl
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Bei der Sparkasse Hannover haben die Mitarbeiter seit diesem Jahr die Möglichkeit, selbst über ihr Arbeitspensum zu entscheiden. Das soll es leichter machen, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Auch das Institut profitiert, etwa durch potenzielle Einsparungen.

Mitarbeiter können nun jeweils im August festlegen, ob sie im nächsten Kalenderjahr in Vollzeit oder Teilzeit arbeiten möchten. Wer sich für Teilzeit entscheidet, darf später garantiert wieder in Vollzeit zurück. Die Anträge werden nicht beim Chef eingereicht, sondern direkt bei der Personalabteilung - das soll mögliche Hemmungen abbauen.

Unabhängig davon lassen sich schon seit längerem jährliche Sonderzahlungen ganz oder teilweise in bis zu 20 zusätzliche Urlaubstage oder in ein Zeitguthaben eintauschen. Alle Mitarbeiter dürfen ihre Wochenarbeitszeit ebenfalls um bis zu drei Stunden anpassen.

Das Modell der flexiblen Vollzeit- und Teilzeiwahl “gibt beispielsweise Eltern die Möglichkeit, kurzfristig die Arbeitszeit aufzustocken, falls die Kinder schneller selbstständig werden als gedacht. Familie und Arbeit lassen sich letztlich besser vereinbaren”, sagt Personalchefin Iris Heymann in einem Interview mit Bloomberg News.

Andere Gründe für Anträge seien beispielsweise die Pflege von Angehörigen oder eine Fortbildung. Ende letzten Jahres hatte die Sparkasse 1.666 Mitarbeiter.

Pandemie als Beschleuniger

Gerade die Coronakrise hatte zuletzt viele deutsche Banken dazu veranlasst, über flexiblere Arbeitszeitmodelle nachzudenken, darunter auch die Deutsche Bank AG. In vielen Fällen geht es dabei aber eher um die Wahl zwischen Arbeiten im Büro oder von Zuhause.

Für 2021 erhielt Heymann insgesamt 136 Anträge zur Änderung der Arbeitszeit in Vollzeit oder Teilzeit, die sich fast ausgeglichen haben. Unterm Strich fiel ein minus von 0,6 Arbeitskräften an.

“Anträge auf Anhebung der Arbeitszeit kamen ausschließlich von Frauen. Das ergibt sich daraus, dass in den vergangenen Jahren hauptsächlich Frauen in Teilzeit gearbeitet haben”, sagte Heymann. Ein etwas anderes Bild ergibt sich bei den Anträgen auf Reduzierung der Arbeitszeiten. Hier entfielen 29 auf Frauen und 14 auf Männer.

Grundsätzlich haben Führungskräfte die Möglichkeit, ein Veto beim Wechsel von Voll- in Teilzeit einzulegen, für 2021 hat davon aber niemand Gebrauch gemacht. Sollte es doch einmal dazu kommen, etwa weil zu viele wichtige Mitarbeiter in einer Abteilung zeitgleich in Teilzeit gehen wollen, entscheidet ein Ausschuss darüber. Möglich ist dabei auch ein Wechsel in eine Abteilung, in der eine Änderung der Arbeitszeit einfacher ist.

Motiviertere Mitarbeiter

Die Möglichkeit, Sonderzahlungen in Freizeit umzuwandeln, nutzten vergangenes Jahr rund 700 Mitarbeiter - und erkauften sich damit typischerweise 5 bis 20 Urlaubstage.

Heymann zufolge profitiert auch die Sparkasse von ihren flexiblen Arbeitszeitregelungen. „Unsere Personalkosten sinken, wenn Mitarbeiter ihre Sonderzahlungen gegen freie Tage oder Zeitguthaben eintauschen”, sagte sie. “Und möglicher Arbeitsplatzabbau fällt geringer aus, wenn sich Mitarbeiter bereits entschieden haben, ihre Arbeitszeit über unsere flexiblen Regelungen zu reduzieren.“

Darüber hinaus steige die Attraktivität als Arbeitgeber. Heymann: “Auch wir brauchen Fachkräfte. Außerdem sind unsere Mitarbeiter motivierter, weil sie selbst über ihre Arbeitszeit entscheiden.“

(Neu: Anträge auf Reduzierung der Arbeitszeit im 8. Absatz)

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