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Solidaritätsaufruf an reiche Länder im Patentstreit um Corona-Mittel

·Lesedauer: 1 Min.

GENF (dpa-AFX) - Im Streit um Patente auf Corona-Impfstoffe und

-medikamente hat die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" am

Mittwoch einen Appell an reiche Länder gerichtet. Sie blockieren einen Vorstoß Indiens und Südafrikas in der Welthandelsorganisation (WTO), die Patente vorübergehend aufzuheben, damit Fabriken in aller Welt Impfstoffe und Medikamente herstellen können. Vertreter der 164 WTO-Länder diskutieren am Donnerstag erneut über diesen Antrag.

"Ziel der Aussetzung der Patente ist es, Menschenleben über Profite zu stellen", sagte Khosi Mavuso von "Ärzte ohne Grenzen". "Wir haben Sorge, dass die Pandemie ohne gleichwertigen und bezahlbaren Zugang zu Coronamitteln für alle länger dauern wird." Darunter litten nicht nur Covid-19-Kranke, sondern die Überforderung der Gesundheitssysteme in vielen Ländern führe zu weiteren, zusätzlichen Todesfällen.

"Ärzte ohne Grenzen" rief die reichen Länder auf, nicht nur die Geschäftsinteressen der Pharmafirmen zu schützen und globale Solidarität zu zeigen. "Die Uhr tickt, und es stehen viele Menschenleben auf dem Spiel." Unter anderem haben sich die EU, die USA. Großbritannien und die Schweiz gegen eine Aussetzung der Patente ausgesprochen. Der Vorstoß Indiens und Südafrikas wird von Dutzenden Ländern unterstützt.