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Solarauto von Sono Motors erneut vor dem Aus

Eine Kunststoffkarosserie ummantelt den Sion mit Hunderten Solarzellen. Im Bild: die Gründer Laurin Hahn und Jona Christians (v.l.) - Copyright: Sono Motors
Eine Kunststoffkarosserie ummantelt den Sion mit Hunderten Solarzellen. Im Bild: die Gründer Laurin Hahn und Jona Christians (v.l.) - Copyright: Sono Motors

Oft wird das Startup-Leben als Achterbahnfahrt verbildlicht. Bei wenigen Unternehmen lässt sich das so gut nachverfolgen wie beim Münchener Solarauto-Startup Sono Motors. Das hatte noch vor gut einem Jahr einen vielbeachteten Börsengang an der Nasdaq hingelegt. Wenige Wochen zuvor warnte das Münchner Jungunternehmen noch, ohne den Erlös aus dem Aktienverkauf drohe das Geld auszugehen. Dennoch mündete das Debüt an der US-Technologiebörse für Sono Motors in einem Kursfeuerwerk: Von anfänglich rund 15 Euro ging es schon am ersten Tag rauf auf 38,50 Euro – ein sattes Plus von 155 Prozent, 142 Millionen Euro nahm Sono Motors durch den IPO ein. Heute liegt der Kurs bei einem Euro.

Geschäftlich lief es zuletzt ähnlich schlecht für Sono Motors mit seinem Elektroauto Sion, das umkleidet mit Solarzellen eine kleine Revolution am Automarkt schaffen wollte. Wie weit das Startup von dieser Revolution entfernt ist, musste es heute eingestehen: „Wir haben es nicht geschafft, den Investoren zu erklären, warum der Sion das Potenzial zum ersten erschwinglichen Solar-Elektroauto der Welt hat", heißt es von den Gründern Jona Christians und Laurin Hahn heute in einem Statement. Die sehen nur noch eine Chance: Dass 3.500 Kunden einen ermäßigten Kaufpreis von 27.000 Euro für ihr Auto komplett vorauszahlen. Sollten die sich nicht bis Ende Januar 2023 finden, sei das Projekt gescheitert.

Kaum Umsatz, dreistelliger Millionenverlust

Dass es bei dem Unternehmen, das zwischenzeitlich mit einer halben Milliarde Euro bewertet war, nicht gut läuft, zeigte sich schon vor ein paar Monaten. Demnach setzte Sono Motors im vergangenen Jahr insgesamt 16.000 Euro um. Die Erlöse kamen dabei nicht aus dem Fahrzeugverkauf, sondern mehrheitlich aus dem Vertrieb der firmeneigenen Solartechnologie. Diese lizensiert Sono Motors etwa an Nahverkehrsbetriebe, die damit wiederum ihre E-Busse ausrüsten.

Wenn aus dem Sion-Solarauto nichts werden sollte, "planen wir, uns auf unser attraktives B2B-Solargeschäft zu konzentrieren, das deutlich weniger kapitalintensiv ist", heißt es weiter. Im laufenden Jahr bis Ende September hat Sono Motors mehr als 100 Millionen Euro Verlust gemacht, 2021 waren es 64 Millionen Euro. Nun fehlt das Geld, um 2023 die Vorserie und Anfang 2024 das erste Serienauto bauen zu können.

Für das Geschäft mit dem Fahrzeug – das mit mehreren hundert Solarzellen ausgestattet ist und später einmal auf rund 300 Kilometer Reichweite kommen soll – hatten Christians und Hahn große Pläne: Im laufenden Jahr 2022 sollte zu Testzwecken eine Flotte aus knapp vierzig Vorserienmodellen hergestellt werden, den Produktionsstart hatten die Gründer zuletzt noch für das zweite Halbjahr 2023 in Aussicht gestellt. Ziel seien 43.000 Fahrzeuge pro Jahr, teilte das Unternehmen zu Jahresbeginn mit.

Ohnehin sind die Zukunftsaussichten von Sono Motors nach Ansicht von Experten ungewiss. Eine Solarzellen-bestückte Kunststoffkarosserie würde ein Nischenprodukt bleiben, sagte der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer im Frühjahr. Sono Motors werde mit seinem Solar-Auto wohl kaum ein großer Player im Automarkt werden – so wie etwa Tesla", so Dudenhöfer beim Nachrichtensender NTV. Dem Experten zufolge könnte die Technik den Strombedarf von Elektrofahrzeugen ergänzen, aber niemals ganz decken.