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So könnt ihr schon mit 25 Euro im Monat ein Vermögen fürs Alter aufbauen

Tristan Filges
·Lesedauer: 4 Min.

Es ist ein dröges Thema und viele Menschen - besonders die jungen - schieben es lange vor sich her: Die Altersvorsorge. So ist es nicht überraschend, dass bei einer Umfrage des Finanzdienstleister Weltsparen unter 2.016 Befragten herauskam, dass 53 Prozent sich nicht um ihre Altersvorsorge kümmern. Bei den Männern machte sich mit 47 Prozent ein leicht höherer Anteil als bei den Frauen mit 40 Prozent Gedanken um ihren finanziellen Ruhestand.

Das durchschnittliche Rentenniveau liegt derzeit bei 43 Prozent des letzten Bruttoeinkommen. Für viele Rentner ist die Umstellung vom Gehalt auf die niedrigere Rente mit einer unschönen Anpassung des gewohnten Lebensstils verbunden. Die Altersvorsorge stützt sich auf die gesetzliche Rente als Grundlage, wer allerdings im Alter eine höhere Rente beziehen möchte, muss sich selbstständig um die private Vorsorge kümmern.

Auch kleine Einzahlungen können sich lohnen

Früh anfangen kann sich lohnen, auch wenn der Verdienst noch nicht sehr hoch ist, erklärt Rentenexperte Dr. Alexander Kihm von Weltsparen im Gespräch mit Business Insider.

"Man sollte sich möglichst früh um die Altersvorsorge kümmern. Es gilt: je früher, desto besser. Auch kleine Beträge wie 25 Euro pro Monat sind ein guter Start. Sie können sich aufgrund des Zinseszins bis zur Rente überproportional steigern. Jeder könnte sich bereits am Anfang der beruflichen Laufbahn zumindest ein kleines ETF-Depot anlegen", sagt Kihm.

Laut der Umfrage wird die Vorsorge mit Hilfe von ETFs (Exchange Traded Fund) immer beliebter. 10 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr setzen inzwischen auch auf ETFs als Altersvorsorge. Diese bilden oft Indizes wie den DAX oder Dow Jones nach und steigen oder fallen mit dem Wert des Index.

"Gerade am Anfang, würde ich 100 Prozent meiner privaten Altersvorsorge über Aktien-ETFs regeln. Gegenüber Einzelaktien sind diese viel weniger volatil und solange die Wirtschaft wächst, wächst auch der Wert meines Portfolios. Natürlich sind auch ETFs mit einem Risiko behaftet, aber dafür ist die Rendite recht hoch, was sich auch bei kleinen Beträgen langfristig bemerkbar macht", sagt Kihm. So könnten gerade jüngere Anleger, die noch keine großen Beträge investieren, das Risiko auf sich nehmen und eine profitable Vorsorge betreiben.

Experte empfiehlt Kombination aus Rürup-Rente und ETFs

Von einer Altersvorsorge über den Handel mit einzelnen Aktien rät Kihm ab, denn hier stehe der Output in keinem Verhältnis zu dem Arbeitsaufwand, den man betreiben müsse, um ein gut diversifiziertes Portfolio aufzustellen. Um mit Aktien über so einen langen Zeitraum zu handeln, bedürfe es viel Wissens und oft kommen für die jeweiligen Aktienkäufe oder Verkäufe auch Transaktionsgebühren hinzu.

"Sobald der erste Gehaltssprung kommt und man mehr verdient, sollte man sich nicht direkt nicht mit Konsum belohnen, sondern die Altersvorsorge in die Hand nehmen", sagt Kihm. Sobald man ein gefestigteres Einkommen hat und auch mehr Geld für die Altersvorsorge aufwenden kann, lohne sich, laut Kihm, eine Kombination aus Rürup-Rente und ETFs.

Die Basisrente, oft als Rürup-Rente bezeichnet, empfiehlt Kihm besonders Menschen, die schon ein gutes Einkommen haben. Bis zu 25.787 Euro können als Investition pro Jahr eingezahlt werden - für Ehepaare sogar 51.574 Euro - und werden ab einem festgelegten Termin bis ans Lebensende gut verzinst ausgezahlt.

Betriebliche Altersvorsorge: Zuschuss vom Arbeitgeber

Auch eine betriebliche Altersvorsorge kann sich lohnen. Hier bezuschusst der Arbeitgeber oft noch die Altersvorsorge. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Geld direkt vom Arbeitgeber vor Auszahlung des Gehalts eingezogen wird - also bevor die Steuer auf das Gehalt erhoben wurde. So will der Staat steuerliche Anreize für die private Altersvorsorge schaffen.

Allerdings weist Kihm auf die Komplexität der Verträge der betrieblichen Altersvorsorge hin. "Hier gilt: Nur abschließen, was ich auch wirklich verstehe. Es gibt aber tatsächlich oft gute Angebote der Arbeitgeber, die sich lohnen können, vor allem wenn der Arbeitgeber sie dann auch noch bezuschusst."

Riester-Rente muss reformiert werden

Immer weniger beliebt ist heutzutage die Riester-Rente. Im Vergleich zum Jahr 2019 sank der Anteil der Menschen, die eine Riester-Rente zur Altersvorsorge nutzen, um 8 Prozent. 2002 eingeführt, sollte sie das gesunkene Rentenniveau der Bürger aufbessern. Besonders für Menschen mit geringem Einkommen oder Singles hätte sich das lohnen können.

Aktuell steckt die Riester-Rente aber in einer Krise, sie ist kaum noch profitabel für Versicherungen und Rentenbezieher und müsste dringend reformiert werden. Die Reform wird aller Voraussicht nach in die nächste Legislaturperiode verschoben, weswegen Kihm von Riester-Renten derzeit abrät.

Während der Corona-Krise ist die Sparquote der Deutschen enorm gestiegen. Viele Bürger investieren ihr Geld aktuell allerdings nicht, sondern lagern es auf Girokonten und Sparbüchern. Problematisch hierbei: Immer mehr Banken erheben einen Negativzins. Selbst wenn es Nullzinsen gibt, so lässt die Inflation den Wert des Geldes trotzdem schrumpfen.

Alternativen zum Geldlagern gibt es also, man muss sich nur aufraffen und endlich um die private Altersvorsorge kümmern.