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Sieben Anzeichen, dass ihr von euren Eltern, Partnern oder Freunden emotional misshandelt wurdet

Wer psychisch misshandelt worden ist, kann später unter einem geringen Selbstwertgefühl oder sogar Depressionen leiden. - Copyright: urbazon/Getty Images
Wer psychisch misshandelt worden ist, kann später unter einem geringen Selbstwertgefühl oder sogar Depressionen leiden. - Copyright: urbazon/Getty Images

Emotionaler Missbrauch ist nicht immer leicht zu erkennen, kann aber genauso schädlich sein wie körperlicher Missbrauch und zu psychischen Erkrankungen wie Depression und geringem Selbstwertgefühl fühlen. Dabei kann in jeder Beziehung missbräuchliches Verhalten auftreten, ob mit einem Partner, Familienmitglied, Freund oder am Arbeitsplatz.

Es gibt einige wichtige Anzeichen, die auf eine missbräuchliche Beziehung hinweisen können. Dazu zählen unter anderem sogenanntes Gaslighting und extreme Eifersucht. Im Folgenden findet ihr sieben Anzeichen von emotionalem Missbrauch.

1. Gaslighting

„Gaslighting ist eine gängige Taktik in emotional missbräuchlichen Beziehungen“, sagt Payal Patel, Ehe- und Familientherapeutin mit eigener Praxis. Menschen, die Gaslighting betreiben, bestreiten, dass gewisse Ereignisse passiert sind, was ihre Opfer dazu bringt, an sich selbst zu zweifeln. Sie stellen gar die gesamte Wahrnehmung der Realität infrage. Dadurch kann die Person, die Gaslighting betreibt, die emotionale Kontrolle über ihr Opfer behalten, da die eigenen Überzeugungen oder Erfahrungen des Opfers plötzlich nichtig zu sein scheinen.
Diese Sätze werden laut Patel oftmals von Personen genutzt, die Gaslighting betreiben:

  • „Es ist verrückt, so zu denken.“ Dadurch wird das Opfer dazu gebracht, seine eigene geistige Gesundheit infrage zu stellen und der Meinung des Täters mehr Vertrauen zu schenken.

  • „Du machst mal wieder aus einer Mücke einen Elefanten.“ Durch diese Aussage kann ein Täter sein eigenes missbräuchliches Verhalten herunterspielen und das Opfer davon abhalten, anderen davon zu erzählen.

  • „Ich habe das nie gesagt.“ Der Täter gibt die Verantwortung für seine Worte und Handlungen ab, indem er ihre Existenz abstreitet. Gleichzeitig lässt er das Opfer an seinem eigenen Gedächtnis zweifeln.

2. Die Person isoliert euch von Menschen, die euch nahestehen

Oftmals schirmten Täter ihre Opfer von anderen Personen ab, um sie leichter zu kontrollieren, sagt die Therapeutin JaQuinda Jackson.

Das geschehe beispielsweise dadurch, dass sie euren Kontakt zu euch nahestehenden Personen wie Freunden und Familie einschränkten und euch davon überzeugten, sie seien die einzige Person, die sich um euch kümmere, so Jackson.

Einige Anzeichen dafür, dass euer Partner euch isoliert:

  • Sie halten euch davon ab, Freunde oder Familie zu treffen.

  • Sie hindern euch daran, das Haus zu verlassen, indem sie euer Geld oder eure Autoschlüssel verstecken.

  • Sie werden wütend oder geben euch Schuldgefühle, nachdem ihr euch mit anderen Menschen getroffen habt.

  • Sie bestehen darauf, euch überall hin zu begleiten.

„Eine Isolation von der Außenwelt verstärkt die Abhängigkeit vom Täter“, sagt Mindy Mechanic, eine Psychologin, die sich auf Traumata und zwischenmenschliche Gewalt spezialisiert hat.

Wenn ein Opfer isoliert sei, erfahre es keine Unterstützung von Angehörigen, die helfen könnten, den Missbrauch zu erkennen und die Beziehung zu beenden.

3. Eine beleidigende Ausdrucksweise

Eine Person, die andere Menschen emotional missbraucht, greift oftmals auf Beleidigungen und Beschimpfungen zurück, um das Selbstwertgefühl des Gegenübers anzugreifen. Die Beleidigungen zielten dabei oft auf eure Fähigkeiten, euer Aussehen und euren Wert als Person ab, sagt Mechanic.

Beispiele hierfür sind:

  • „Niemand außer mir wird dich jemals lieben.“

  • „Du bist zu dumm, um einen Abschluss zu machen“ oder „Du wirst nie einen Job bekommen.“

  • „Du musst abnehmen“ oder „Du solltest deine Nase operieren lassen.“

„Taktiken wie diese zermürben das Selbstwertgefühl des Opfers“, sagt Mechanic. Oftmals blieben Opfer in emotional missbräuchlichen Beziehungen, weil sie dem Gesagten Glauben schenkten, so Jackson.

4. Schreien

„Schreien kann tatsächlich in sämtlichen Beziehungen eines der ersten Anzeichen von emotionalem Missbrauch sein“, sagt Patel.

Dabei ist es egal, ob ihr von eurem Partner, euren Eltern oder eurem Chef angeschrien werdet. Die Stimme zu erheben, kann unter Umständen immer eine ungleiche Machtdynamik zwischen zwei Menschen erzeugen.

„Die Person, deren Stimme wesentlich lauter ist, hat mehr Macht und kann ihrem Opfer durch die aggressive Ausdrucksweise Angst machen“, sagt Patel. Der Täter könne diese Angst dann nutzen, um sein Opfer zu kontrollieren.

5. Verlagerung der Schuldzuweisung

Missbrauchstäter weichen oft der Verantwortung aus und geben anderen Menschen, oftmals dem Opfer, die Schuld für ihr schädigendes Verhalten. Ein missbräuchlicher Partner oder Elternteil kann euch beispielsweise davon überzeugen, dass ihr die Schuld an dem Missbrauch habt, da ihr etwas tun könntet, um diesen zu verhindern.

„Das Opfer glaubt dadurch, den Missbrauch des Partners stoppen zu können, wenn es sich in gewisser Hinsicht ändert“, sagt Mechanic. In Wirklichkeit jedoch ist emotionaler Missbrauch oft unvorhersehbar und beruht eher auf dem mentalen Zustand des Missbrauchstäters als auf dem Verhalten des Opfers.

Dies ist ein Auszug der Dinge, die ein Opfer laut einem Täter tun müsste, um den Missbrauch zu verhindern:

  • Gewicht verlieren

  • Keine Kritik äußern

  • Die Kinder ruhig halten

  • Nach Terminen unverzüglich nach Hause kommen

6. Extreme Eifersucht

„Eifersucht ist in Beziehungen weit verbreitet, dabei gibt es jedoch gesunde und ungesunde Formen“, sagt Patel. Die meisten Menschen kennen das Gefühl von Eifersucht. Wenn diese jedoch zu intensiver Wut oder kontrollierendem Verhalten führt, kann das ein Warnzeichen für emotionalen Missbrauch sein.

Eifersucht rührt oft von einem Gefühl der Unsicherheit her. Ebenso könnten Täter aber auch extreme Eifersucht entwickeln, wenn sie das Gefühl hätten, keine Macht oder Kontrolle über euch zu haben, so Patel.

Einige kontrollierende Verhaltensweisen, auf die ihr achten solltet, sind:

  • Euch wird ständig vorgeworfen, den Partner zu betrügen

  • Eure Anrufe, Nachrichten oder E-Mails werden überwacht

  • Euer Aussehen, einschließlich eurer Kleidung, wird konstant geprüft und kritisiert

  • Verbringt ihr Zeit in der Arbeit oder bei Freunden, werdet ihr ständig angerufen

7. Unkontrollierte Wutanfälle

„Unvorhersehbare Wut kann erschreckend sein und das Gegenüber einschüchtern“, sagt Mechanic. Ist ein Familienmitglied, Ehepartner oder Chef in dem einen Moment noch ruhig und gelassen, kann dies kurze Zeit später in Wut umschlagen, indem sie:

  • Euch wütend anstarrt

  • Ein Loch in eine Wand schlägt

  • Mit der Faust auf eine Oberfläche schlägt

  • Haushaltsgegenstände kaputt macht

All das könne eine potenzielle Bedrohung oder Gefahr signalisieren, sagt Mechanic, selbst wenn der Täter euch nicht körperlich verletze.

„Unvorhersehbare Wut ist ein Zeichen emotionalen Missbrauchs, da ihr irgendwann nicht mehr vorhersehen könnt, wie sich euer Partner in der nächsten Sekunde verhalten wird. Und das macht euch nervös“, sagt Jackson. Einige Anzeichen dafür, dass ihr dem Verhalten des Partners bereits nicht mehr traut, können seien:

  • Ihr habt das Gefühl, ständig wachsam sein zu müssen

  • Ihr habt Angst, kleinste Fehler zu begehen

  • Ihr könnt nicht stillsitzen

  • Ihr überlegt mit Bedacht, was ihr eurem Partner sagt

Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.