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„Sexismus und Doppelmoral“: Frau wird wegen Sport-BH aus dem Fitnessstudio geworfen

Style International Redaktion und Sarah Carty
·Lesedauer: 3 Min.

Eine Frau hat ihren Social-Media-Account genutzt, um ihr Fitnessstudio wegen “Doppelmoral und Sexismus” zur Rede zu stellen. Sie wurde nämlich gebeten, sich etwas überzuziehen, weil unter ihrem Sport-BH ein paar Zentimeter Haut zu sehen waren.

Back view of two attractive sports women on running track. Girls on treadmill
Ein Sport-BH ist in einem Fitness-Zentrum kein seltener Anblick. (Symbolbild: Getty Images)

Julia Maren aus Tennessee in den USA powerte sich gerade in ihrem Fitnessstudio aus, als man auf sie zukam und ihr ohne Erklärung sagte, dass sie sich entweder ein T-Shirt überziehen oder das Studio verlassen müsse.

Jetzt setzt sich Julia gegen das Studio zur Wehr und verurteilt scharf die Doppelmoral hinter dem Verhalten. Wie kommt es, dass Männer Unterhemden tragen dürfen, bei denen “der ganze Nippel” zu sehen ist?

Julia Maren wurde gebeten, das Studio zu verlassen oder sich etwas über ihren Sport-BH zu ziehen. Foto: Instagram/letterstoadel
Julia Maren wurde gebeten, das Studio zu verlassen oder sich etwas über ihren Sport-BH zu ziehen. Foto: Instagram/letterstoadel

“Sie unterbrachen mich bei meinem Workout und ich musste meine Kopfhörer herausnehmen, damit mir jemand sagen konnte, dass sie mir ein T-Shirt geben können, wenn ich eines benötige”. Es hieß, ich muss eins überziehen, wenn ich mit meinem Workout weitermachen will... WAS?“, schrieb Julia auf ihrer Instagram-Seite. Dazu postete sie ein Foto, auf dem man sie ihren schwarzen Sport-BH tragen sieht.

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“Ihr wollt mir also sagen, dass ich in eurem Fitnessstudio nicht willkommen bin, weil man ein paar Zentimeter meiner Taille sehen kann, während Chad da drüben in einem Hemdchen Gewichte stemmt, aus dem seine ganzen Nippel herausgucken?”

Julia war fassungslos über die Doppelmoral, dass Männer „nippelfreie“ Unterhemden tragen dürfen. Foto: Instagram/letterstoadel
Julia war fassungslos über die Doppelmoral, dass Männer „nippelfreie“ Unterhemden tragen dürfen. Foto: Instagram/letterstoadel

Sexismus und Doppelmoral

"Hab’s schon kapiert. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, um mir zu zeigen, dass Doppelmoral und Sexismus weiterhin existieren."

Julia forderte weiter, dass Körper von Frauen nicht zensiert werden sollten, sondern dass man stattdessen die Leute beschuldigen sollte, die diese Körper sexualisieren.

"Wenn das Problem ist, dass ich jemanden vom Sport ablenke, verstehe ich nicht, warum man nicht denjenigen verantwortlich macht, der sich abgelenkt fühlt?", schrieb sie.

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"Das hier ist ein tief-verwurzeltes Problem, denn ich kann auch ganz EINFACH über Regeln bei Schuluniformen, Kleiderordnung für den Abschlussball und augenscheinlich Sportkleidung sprechen.

"Wann hören wir endlich damit auf, die Körper von Frauen zu zensieren und wann fangen wir damit an, DIEJENIGEN VERANTWORTLICH ZU MACHEN, DIE DIESE KÖRPER SEXUALISIEREN.

Julia beendete ihren Text mit den Wort: „Ich will damit nur sagen, dass ich beim nächsten Mal in einem nippelfreien Männer-Tanktop zum Sport erscheinen werde.“ Foto: Instagram/letterstoadel
Julia beendete ihren Text mit den Wort: "Ich will damit nur sagen, dass ich beim nächsten Mal in einem nippelfreien Männer-Tanktop zum Sport erscheinen werde." Foto: Instagram/letterstoadel

Instagram-Nutzer zeigen sich solidarisch

"Und WANN ERMÖGLICHEN wir es Frauen endlich, sich wohl genug im Fitnessstudio zu fühlen, dass sie verdammt nochmal in einer ohnehin schon unangenehmen Umgebung das tragen können, was für sie bequem ist?!"

Julia beendete ihren Text mit den Worten: "Ich will damit nur sagen, dass ich beim nächsten Mal in einem nippelfreien Männer-Tanktop zum Sport erscheinen werde."

Die Instagram-Nutzer zeigten sich im Kommentarbereich schnell solidarisch mit ihr.

Ein Follower schrieb: "Das ist politische Korrektheit auf die Spitze getrieben! Ich sehe kein Problem... außer mit dem Fitnessstudio!"

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Jemand anderes schrieb: "Meiner Meinung nach trägst du ganz normale Sportkleidung und du siehst darin toll aus. Wenn ich mich von dir abgelenkt fühlen würde, dann weil ich dein Outfit bewundere und wie hart du trainierst, und nicht, weil ich deinen Bauch sehen kann."

Andere waren absolut schockiert und eine Person schrieb sogar, sie würde sich Sorgen machen, dass die USA "sich langsam wieder auf das Mittelalter zurückbewegt."

"Das ist irrsinnig. Von Frau zu Frau: Du bist super, du siehst toll aus, ändere dich nicht", lautete ein weiterer Kommentar.

Julias Geschichte trug sich nur wenige Wochen zu, nachdem auch eine Frau in Australien gebeten worden war, das Fitnessstudio zu verlassen. Sie hatte beim Sport enge Shorts getragen.

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