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Schwedisches Projekt: Lebenslang 2000 Euro, Arbeit optional

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

In Schweden suchen zwei Künstler eine Person, die für den Rest ihres Lebens bezahlt wird, ohne dafür arbeiten zu müssen. Was klingt wie ein schöner Traum, hat einen Hintergrund, der in der digitalen Welt immer wichtiger wird.

Bier trinken und das Leben genießen – oder doch arbeiten gehen? Das soll ein schwedisches Projekt nun zeigen. (Symbolbild: Getty Images)

2046 Euro brutto wird ab dem Jahr 2026 eine Person bekommen, die dafür nur eine Auflage hat: An Arbeitstagen muss der- oder diejenige jeweils morgens und abends an einem Schalter am Göteborger U-Bahnhof per Stechuhr ein- und auszuloggen. Die Stunden dazwischen stehen zur freien Verfügung.

Was fängt man mit der finanziellen Unabhängigkeit an?

Am Ende soll das Projekt die Antwort auf die Frage liefern, was Menschen tun, wenn sie wirklich frei sind zu machen, was sie wollen. Arbeiten sie trotzdem? Bilden sie sich weiter? Engagieren sie sich sozial? Oder hängen sie nur herum und verbringen ihre Tage vor dem Fernseher?

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Fragen also, die sich vor allem Menschen stellen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen als mögliche Reaktion auf das fortschreitende digitale Zeitalter in Erwägung ziehen.

Dafür, dass Geld nicht ausgeht, ist gesorgt

„Eternal Employment“ heißt das Projekt der schwedischen Künstler Jakob Goldin und Simon Senneby, das sich über eine Stiftung finanziert. 580.000 Euro sind bereits in der Kasse und sollen so angelegt werden, dass das Bruttoeinkommen auf 120 Jahre gesichert ist.

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Wer sich jetzt überlegt, sich zu bewerben und eventuell nach Göteborg zu ziehen, kann sich noch entspannt zurücklehnen, bevor das vielleicht zum Dauerzustand wird: Bewerbungsstart ist erst im Jahr 2025.

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