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Warum der Schutz der Biodiversität auch für die Wirtschaft so wichtig ist

Kersting, Silke
·Lesedauer: 2 Min.

Um Pandemien künftig zu vermeiden, rückt die Politik ein lange vernachlässigtes Thema in den Fokus: den Artenschutz. Am Montag spricht die Kanzlerin beim „One Planet Summit“.

Entwaldete Waldflächen in Brasilien: Rodungen zerstören Lebensraum und befördern den Artenschwund. Foto: dpa
Entwaldete Waldflächen in Brasilien: Rodungen zerstören Lebensraum und befördern den Artenschwund. Foto: dpa

Auch in ihrem letzten Amtsjahr als Bundeskanzlerin hat Angela Merkel einiges zu tun. Sie hat nicht nur die grassierende Corona-Pandemie samt wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu bekämpfen. Was mindestens ebenso wichtig ist: die Prävention vor neuen Pandemien.

Bislang steht das deutlich weniger im Fokus der Politik. Doch Umweltzerstörung, Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt beschleunigen sich. Die Erkenntnis der Kanzlerin: „Wir können es uns nicht leisten, das zu ignorieren. Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir jetzt wirksame Maßnahmen zum Schutz unserer Lebensgrundlagen ergreifen.“

Das war Ende September beim UN-Gipfel „Biodiversity 2020“. An diesem Montag wird die CDU-Politikerin auf Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron beim virtuellen „One Planet Summit for Biodiversity“ erneut die Notwendigkeit von mehr Artenschutz bekräftigen.

„Wir können nicht warten, bis es zu spät zum Handeln ist“, das war der Slogan des ersten „One Planet Summit“, der am 12. Dezember 2017 in Paris stattfand – zwei Jahre nachdem in der französischen Hauptstadt das internationale Klimaschutzabkommen vereinbart worden war. Gut drei Jahre später ist die Notwendigkeit zum Handeln größer geworden – und zwar nicht nur zum Schutz des Klimas, sondern auch zum Schutz der Biodiversität.

„Wir müssen unsere gesamte Beziehung zur Natur neu überdenken“, heißt es in der Einladung zum Gipfel. „Dies ist eine große soziale und wirtschaftliche Herausforderung, die eine tiefgreifende Umgestaltung der Wertschöpfungsketten, der Handelsmodelle und der Konsumgewohnheiten erfordert, um Produktionsmodellen ein Ende zu setzen, die die biologische Vielfalt zerstören.“

Naturzerstörung ist die Krise hinter der Krise

Dass viele Infektionskrankheiten vom Tier auf den Menschen übertragen werden, begünstigt durch menschliche Eingriffe in die Natur und das immer weitere Eindringen in die Ökosysteme, ist seit Jahren bekannt. Doch durch die Corona-Pandemie hat das Thema eine erhebliche gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Brisanz bekommen.

Denn auch das Coronavirus ist nach bisherigem Erkenntnisstand in China von einem Wildtier auf den Menschen übergesprungen. Diese sogenannte „Zoonose“ setzte eine weltweite Pandemie in Gang – die nicht nur Tausende von Menschenleben kostet, sondern die Wirtschaft belastet, volkswirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe verursacht und Wohlstand gefährdet.

Das wird den politischen Akteuren zunehmend bewusst. 2021 soll deswegen für den internationalen Artenschutz und biologische Vielfalt ein wichtiges Jahr werden – mit Abschluss eines internationalen Abkommens im Herbst in China.

„Das Risiko von Pandemien nimmt global rapide zu“, warnt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Man wisse jedoch, was zu tun sei: die Zerstörung von Ökosystemen aufhalten. „Die Naturzerstörung ist die Krise hinter der Krise“, so Schulze.

„Pandemien haben zwar ihren Ursprung im Tierreich, aber ihre Entstehung wird von menschlichen Aktivitäten bestimmt. Die Intensivierung der Landwirtschaft und der Handel mit Wildtieren stehen dabei an erster Stelle.“ Auch die Abholzung von Wäldern sorge für eine sinkende Artenvielfalt.