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Schulze hält an Verbot von Plastiktüten fest

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesumweltministerin Svenja Schulze hält trotz Corona-Krise am geplanten Verbot von Plastiktüten fest. "Wir müssen weniger Plastik verwenden. Und das, was wir verwenden, muss besser recycelt werden", sagte die SPD-Politikerin am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Sie verstehe aber die Sorgen über das Coronavirus und auch, "dass Plastik erstmal auch für Hygiene steht". In den Krankenhäusern besteht Schutzkleidung oft aus Plastik.

Der Gesetzentwurf zum Verbot von Plastiktüten ist bereits in den Bundestag eingebracht. Künftig sollen an Ladenkassen Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff verboten sein. Dabei geht es um die typischen Tüten, die man im Supermarkt oder anderen Geschäften beim Bezahlen bekommt und die in aller Regel inzwischen etwas kosten. Pro Jahr werden in Deutschland davon etwa 1,6 Milliarden Stück verbraucht.

Wenn das Gesetz Bundestag und Bundesrat passiert hat, soll es noch eine rund sechsmonatige Übergangsfrist geben, damit Geschäfte Restbestände von Tüten an die Kunden ausgeben können. Für den Vollzug sind die Länder zuständig. Es drohen Strafen bis zu 100 000 Euro. Seit 2016 gibt es bereits eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, die Plastiktaschen an der Ladenkasse nicht umsonst rauszugeben.