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Kein Durchmarsch für Biden – Auf diese Staaten kommt es jetzt an

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US-Präsident Donald Trump kann erste Erfolge verzeichnen. Das Rennen ist knapper als erwartet, eine Handvoll Bundesstaaten ist jetzt entscheidend.

Kurz bevor die ersten Wahllokale schlossen, meldete sich Donald Trump auf Twitter zu Wort. „Es sieht richtig gut für uns aus im ganzen Land!“, schrieb er in Versalien. Und auch, wenn „im ganzen Land“ nicht der Realität entsprach, konnten die Republikaner mit Florida einen frühen und soliden Erfolg einfahren.

Der einflussreiche Swing-Staat war in allen Umfragen knapp für Trump und gegen seinen Herausforderer Joe Biden prognostiziert worden, beide Kampagnen hatten Florida oft bereist und aggressiv umworben. Inzwischen sieht es so aus, als hätte der Präsident den umkämpften Tropenstaat verteidigt.

Die Wahlnacht ist noch lange nicht zu Ende, aber Trumps Sieg im Südosten zeigt: Das Rennen um das Weiße Haus ist für Biden kein Selbstläufer, vor allem wenn Trump auch noch die wichtigen Staaten Georgia und North Carolina holen sollte. Die Wahlmänner-Stimmen aus Ohio kann Trump bereits für sich verbuchen, ebenso den Bundesstaat Iowa. Dafür holt Joe Biden die einstige Republikaner-Hochburg Arizona.

Die Nacht dürfte sich noch länger ziehen, bis sich eine klare Tendenz für einen Kandidaten abzeichnet. „Ich bin voller Hoffnung“, sagte Biden und mahnte seine Anhänger in einer ersten Ansprache zudem zu Geduld.

Worauf es nun ankommen wird, sind die Ergebnisse in Michigan, Wisconsin und Pennsylvania. Für den Moment haben beide Kandidaten noch Chancen. So kann Biden die Wahlen gewinnen, wenn er etwa Michigan, Wisconsin und Pennsylvania erobert. In den aktuellen Auszählungen liegt Trump in allen drei Staaten vorn. Allerdings dauern die Auszählungen in Michigan und Pennsylvania lange, wegen der ungewöhnlich hohen Zahl der Briefwahlen.

Die mehr als 100 Millionen Früh- und Briefwähler müssen alle ausgezählt und verifiziert werden. Sie könnten ein belastbares Ergebnis verzögern und sollen eher Richtung Biden tendieren.

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Diese Wahlen sind keine gewöhnliche Abstimmung, sondern sie sind ein Referendum über die Zukunft der weltweit größten Volkswirtschaft im Krisentaumel. Die USA hatten sich zuletzt fast 100.000 Corona-Infizierten täglich angenähert, mehr als 230.000 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Parallel lähmen die Folgen der Blitz-Rezession im Frühjahr das Land, noch immer fehlen zehn Millionen Jobs im Vergleich zum Jahresbeginn.

Laut der Nachrichtenagentur AP ist eine große Mehrheit der Wähler persönlich von den Folgen der Pandemie betroffen, vier von zehn Befragten gaben an, finanzielle oder gesundheitliche Konsequenzen erlebt zu haben.

Die Wirtschaft und das Gesundheitssystem gehören zu den drängendsten Themen. Trump verspricht, die Wirtschaft mit niedrigen Steuern und minimaler Intervention zu alter Kraft zurückzuführen. Biden verurteilt Trumps Krisenmanagement scharf, er fordert eine nationale Strategie gegen das Virus und eine Stärkung des Gesundheitssystems.

Die Pandemie und die politische Polarisierung animierte eine Rekordzahl von Menschen, vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abzugeben. Das deutet auf eine hohe Mobilisierung hin, die nicht zwingend gut für Trump sein muss. Der Republikaner hatte 2016 auch davon profitiert, dass enttäuschte Demokraten zu Hause blieben und Trump messerscharfe Siege in einstigen Demokraten-Hochburgen ermöglichten.

Trump hält sich zur Stunde mit rund hundert Gästen, darunter Familienmitglieder, Freunde, Spender und Mitarbeiter, im Weißen Haus auf. Vor dem Weißen Haus versammelten sich am Abend Hunderte Demonstranten. Biden verbringt die Wahlnacht in seinem Wohnort Wilmington im Bundesstaat Delaware.