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Ein schlechtes Jahr für Bürovermieter: Flächennachfrage bricht 2020 um ein Drittel ein

·Lesedauer: 3 Min.

Viele Unternehmen haben ihre Expansionspläne auf die Zeit nach der Coronakrise vertagt. Aktuelle Zahlen der Makler zeigen die Wirkung auf die Büromärkte.

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr viele Pläne durchkreuzt – und nicht zuletzt dazu geführt, dass viele Unternehmen einen Umzug in größere Büroräume verschoben haben. In den sieben größten Städten Deutschlands wurde 2020 mit 2,7 Millionen Quadratmetern ein Drittel weniger Bürofläche vermietet als im Jahr zuvor, ergaben Berechnungen des Immobiliendienstleisters JLL. „Die konjunkturellen Rahmenbedingungen stellten sich vor dem gesamtwirtschaftlichen Hintergrund alles andere als positiv dar. So ist es wenig verwunderlich, dass sich auch auf den deutschen Büromärkten eine deutliche Nachfrageschwäche ausgebreitet hat“, erklärt Konstantin Kortmann, der bei JLL Deutschland das Bürovermietungsgeschäft verantwortet.

Es herrsche der Rotstift, berichtet er: „Umzugspläne werden zunächst aufgeschoben, oder es wird eine Vertragsverlängerung in den bestehenden Flächen angestrebt. In der Konsequenz fehlen vor allem die großflächigen Vermietungen ab 10.000 Quadratmeter.“

Das Minus traf alle Großstädte – besonders stark Stuttgart, wo ein Rückgang von 55 Prozent anfiel. Auch in der Bundeshauptstadt wurden 25 Prozent weniger Bürofläche angemietet. Doch setzte sich Berlin trotzdem mit einem Flächenabsatz von 745.000 Quadratmetern an die Spitze der sogenannten „Big Seven“.

Als „vielleicht sichtbarstes Zeichen der Krise“ verwies JLL auf die Münchener Vermietungsnachfrage in den letzten drei Monaten des Jahres: In diesem Quartal seien nicht einmal 100.000 Quadratmeter vermietet worden, sagt Helge Scheunemann, Research-Chef bei JLL Deutschland. Das sei das schlechteste Ergebnis in der bayerischen Metropole seit 1998.

Hoffnung auf Erholung in der zweiten Jahreshälfte

Ob sich die starke Abwärtsbewegung fortsetzt, ist nach Meinung der Experten unklar. „Ohne Zweifel sind wir an einem Zykluswendepunkt angekommen“, räumt Kortmann ein. „Wie stark dieser ausfallen wird, ist allerdings noch nicht ausgemacht.“ Ab Mitte 2021 rechne er mit einem Anstieg der Vermietungen. Er verweist dabei darauf, dass demnächst in den vergangenen Jahren geschlossene Mietverträge im Volumen von rund 3,2 Millionen Quadratmetern auslaufen werden. Einige große Mietgesuche seien bereits für das erste Quartal avisiert, sagt er. Daher sei er optimistisch, dass 2021 wieder rund 2,9 Millionen Quadratmeter Bürofläche in den sieben wichtigsten deutschen Städten vermietet werden könnten, das wäre immerhin ein Plus von elf Prozent.

Allerdings hänge dies entscheidend von den weiteren Entwicklungen der Pandemie ab, dem Impffortschritt und den politischen Entscheidungen. „Man braucht kein Hellseher zu sein, um den Zusammenhang auf den Punkt zu bringen: je länger der Lockdown, desto weniger Vermietungen“, beschreibt Scheunemann die Lage.

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Berechnungen des Immobiliendienstleisters Savills bestätigen das Minus auf dem Markt für Bürovermietungen. In den sechs analysierten deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München wurden 33 Prozent weniger Büroquadratmeter angemietet. Den stärksten Einbruch verzeichnete danach Düsseldorf mit 48 Prozent, gefolgt von Frankfurt mit einem Minus von 42 Prozent. Etwas besser erging es der Hauptstadt, dort betrug der Rückgang rund 25 Prozent.

Trotzdem seien die Mieten weitgehend stabil geblieben oder gar angehoben worden: Die Spitzenmiete stieg nach Savills-Berechnungen im Durchschnitt der Top-Sechs-Büromärkte um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Den stärksten Anstieg verzeichnete Frankfurt, wo die Spitzenmiete in der zweiten Jahreshälfte aufgrund einiger hochpreisiger Anmietungen um 6,7 Prozent von 45 Euro pro Quadratmeter auf 48 Euro pro Quadratmeter geklettert sei.

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