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Schlechtere Aussichten für die Commerzbank

·Lesedauer: 2 Min.

Die Bonitätswächter von Moody's senken den Ausblick für die zweitgrößte deutsche Privatbank auf negativ. Der Grund hat auch mit der Coronakrise zu tun.

Als hätte die Commerzbank nicht bereits genug Probleme, schürt die Ratingagentur Moody's jetzt auch noch Zweifel an der Bonitätsnote des Frankfurter Geldhauses. Zwar lässt Moody's die Einstufung der Commerzbank für langfristige unbesicherte Anleihen bei A1, den Ausblick senkt die Agentur allerdings auf negativ.

Moody's begründet das vor allem mit der gestiegenen Bilanzsumme der Commerzbank und dem dadurch verschlechterten Verhältnis zum haftungsfähigen Kapital. Seit Ende 2019 sei die Bilanzsumme der Commerzbank um knapp 19 Prozent auf über 550 Milliarden Euro gestiegen, rechnet Moody's vor.

Dafür macht die Ratingagentur vor allem die Folgen der Coronakrise verantwortlich. Zum einen nutze die Bank verstärkt die günstigen Refinanzierungsangebote der Europäischen Zentralbank (TLTRO), zum anderen sei die Kreditvergabe aufgrund der verstärkten Nachfrage der Unternehmen nach zusätzlicher Liquidität gestiegen. Die Commerzbank wollte die Herabstufung des Ausblicks nicht kommentieren.

Nach einer Aktionärsrevolte des US-Finanzinvestors Cerberus war die Commerzbank in diesem Sommer in eine Führungskrise gerutscht. Sowohl Vorstandschef Martin Zielke als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Schmittmann hatten ihren Rücktritt eingereicht.

Mit dem ehemaligen Chef der Landesbank Baden-Württemberg, Hans-Jörg Vetter, ist inzwischen zwar wieder ein Aufsichtsratsvorsitzender an Bord, die Suche nach einem neuen CEO läuft aber noch immer. Der neue Chef an der Spitze soll dann mit dem von Cerberus und anderen Investoren eingeforderten Umbau der Bank beginnen.

Investoren stößt Hängepartie bitter auf

Das amtierende Vorstandsteam hat im Juli einen radikalen Sanierungsplan vorgestellt, der unter anderem den Abbau von 10.000 Stellen und die Schließung von Hunderten Filialen vorsieht. Doch bevor nicht ein neuer Chef an Bord ist, kann das Institut nicht mit der Umsetzung beginnen.

Vielen Investoren stößt die Hängepartie mitten in der Coronakrise auf. Für dieses Jahr erwarten die Analysten von der Commerzbank im Schnitt einen Nettoverlust von 140 Millionen Euro. Seit Ausbruch der Coronakrise in Europa Ende Februar sackte der Aktienkurs des Instituts um rund 35 Prozent ab, am Freitag ging es bis zum Nachmittag um 1,6 Prozent abwärts.