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Südkoreas Sicherheitsberater kritisiert Ex-Kollege Bolton

SEOUL (dpa-AFX) - Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong hat seinen früheren US-Amtskollegen John Bolton wegen seiner Darstellung der Gipfeldiplomatie mit Nordkorea scharf angegriffen. Chung warf Bolton in einer Erklärung am Montag vor, in seinem Enthüllungsbuch "The Room Where It Happened" (etwa: Der Raum, in dem es geschah) Fakten nicht akkurat wiederzugeben. "Ein großer Teil der Fakten ist verzerrt dargestellt."

Auf welche vorab bekannt gewordenen Passagen des Buchs, das am Dienstag erscheinen soll und schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump enthält, sich Chung genau bezog, blieb unklar. Die Publikation schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall, sagte Chung. Die einseitige Enthüllung von "Konsultationen, die auf gegenseitigem Vertrauen basieren, verletzt die Grundprinzipien der Diplomatie und kann künftige Verhandlungen ernsthaft beschädigen".

Bolton gibt laut Chung nur seine eigene Sicht der Diskussionen zwischen Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In wieder. In dem Buch bezieht sich Bolton nach Berichten südkoreanischer Medien unter anderem auf den gescheiterten Gipfel zwischen den USA und Nordkorea im Februar 2019 in Vietnam, auf ein kurzes Treffen Trumps mit Kim und Moon an der innerkoreanischen Grenze im vergangenen Juni sowie auf Moons Vorschlag, ein formales Ende des Korea-Kriegs (1950-1953) zu erklären.

In einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders ABC kritisierte Bolton die Nordkorea-Politik Trumps besonders scharf. Die Bedrohung durch Nordkorea sei heute größer als zu Trumps Amtsantritt, hieß es in Anspielung auf das Atomwaffenprogramm des abgeschotteten Landes. Die Atomverhandlungen der USA mit Nordkorea kommen seit dem gescheiterten Gipfel in Vietnam nicht mehr voran.