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ROUNDUP: Türkei bestellt US-Botschafter ein und verurteilt Stellungnahme

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ISTANBUL (dpa-AFX) - Clinch zwischen der Türkei und den USA: Wegen einer missliebigen US-Erklärung über mutmaßlich von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK getötete Türken hat Ankara den US-Botschafter einbestellt. Man habe Botschafter David Satterfield das Missfallen über die US-Erklärung zu dem "PKK-Massaker" auf stärkste Weise zum Ausdruck gebracht, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag unter Berufung auf eine Erklärung des Ministeriums.

Was genau die Türkei an der US-Stellungnahme kritisierte, war zunächst nicht bekannt. Sie könnte Ankara zu schwach ausgefallen sein. Ankara hatte die PKK am Sonntag für die Tötung von 13 entführten Türken im Nordirak verantwortlich gemacht. Die PKK streitet das ab. Die USA hatten dazu zunächst mitgeteilt, sollten sich Berichte über eine Verantwortung der PKK, die eine Terrororganisation sei, als richtig erweisen, verurteile man die Aktion auf Schärfste. Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete diese Erklärung als "absurd".

US-Außenminister Antony Blinken versicherte seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu nun bei einem Telefonat, dass aus US-Sicht die PKK die Verantwortung für den Tod der türkischen Geiseln trage, wie Washington mitteilte.

Erdogan warf den USA am Montag zudem erneut vor, "Terroristen" zu unterstützen. Gemeint ist damit die Unterstützung der USA für die syrische Kurdenmiliz YPG. Für die Türkei ist die YPG der syrische Ableger der PKK und damit eine Terrororganisation.