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ROUNDUP: Rückschlag für Industrie in Deutschland - Produktion sinkt weiter

·Lesedauer: 3 Min.

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie hat im Februar unerwartet einen weiteren Dämpfer erlitten. Im Monatsvergleich sei die Produktion im verarbeitenden Gewerbe um 1,6 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Für die Finanzmärkte kam dies überraschend. Hier war im Schnitt ein Anstieg um 1,5 Prozent erwartet worden. Wirtschaftsexperten erklärten den Einbruch mit Sondereffekten und verwiesen auf Probleme bei der Versorgung mit Vorprodukten.

Mit dem Februar-Dämpfer hat sich die Produktionsschwäche vom Jahresauftakt fortgesetzt. Bereits im Januar war die Fertigung in deutschen Betrieben rückläufig, aber nicht so stark wie bisher gedacht. Das Bundesamt hat die Januar-Daten nach oben revidiert. Demnach betrug der Rückgang im Monatsvergleich 2,0 Prozent, nachdem zuvor ein Minus von 2,5 Prozent gemeldet worden war.

Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, sei die Produktion nun um 6,4 Prozent gesunken, teilte das Bundesamt weiter mit. Etwa zeitgleich mit den schwachen Daten aus Deutschland wurde auch ein Produktionsrückgang in Frankreich und enttäuschende Daten zur Industrieproduktion in Spanien gemeldet. Am Devisenmarkt geriet der Euro nach den Daten stärker unter Druck und fiel auf ein Tagestief bei 1,1887 US-Dollar.

Trotz der jüngsten Rückschläge sprach die Bundesregierung weiter von einer "robusten" Entwicklung in der deutschen Industrie. In einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums wurde auf die jüngste Verbesserung des Ifo-Geschäftsklimas verwiesen, dem wichtigsten deutschen Konjunkturbarometer. Außerdem sorge der Auftragseingang für einen positiven Ausblick auf die kommenden Monate.

Am Donnerstag war für Februar ein erneuter Anstieg beim Auftragseingang in den deutschen Industrieunternehmen gemeldet worden. Das Bundeswirtschaftsministerium wies aber auch darauf hin, dass es Unsicherheit mit Blick auf die weitere Entwicklung der Corona-Krise gebe.

Ökonomen zeigten sich vom Produktionsdämpfer überwiegend überrascht. Sie erklärten ihn unter anderem mit einem Mangel an Vorprodukten. So habe eine knappe Belieferung mit Computerchips die Produktion in den Industriebetrieben gebremst. "Bereits die Januar-Daten litten unter dem Halbleitermangel, es scheint nun so, dass auch der Februar noch von der Knappheit geprägt war", erklärte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

Nach Einschätzung des britischen Analysehauses Capital Economics dürfte nach dem überraschenden Rückgang der Industrieproduktion die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal "nahezu sicher" geschrumpft sein. "Da die Beschränkungen des öffentlichen Lebens voraussichtlich bis weit in das zweite Quartal hinein verlängert werden, ist eine anhaltende Erholung bis zur zweiten Jahreshälfte unwahrscheinlich", sagte Andrew Kenningham, Chefvolkswirt Europa bei Capital Economics.

Allerdings lieferte das Ifo-Institut am Freitagmorgen auch Hinweise auf eine deutliche Verbesserung der Lage in den kommenden Monaten. Die auf einer Umfrage der Konjunkturforscher basierenden Produktionserwartungen der deutschen Industrie haben sich merklich verbessert. Der entsprechende Indikator stieg im März auf 30,4 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit 1991. "Die Auftragsbücher füllen sich, und es gibt immer noch einen Nachholbedarf nach dem Krisenjahr", sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.