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ROUNDUP: Putin verlangt Beweise für Russland zugeschriebene Hackerangriffe

·Lesedauer: 2 Min.

MOSKAU (dpa-AFX) - Kremlchef Wladimir Putin hat einmal mehr Beweise für Russland zugeschriebene Hackerangriffe in den USA gefordert. "Wir sind schon aller möglichen Dinge beschuldigt worden - Wahleinmischung, Cyberangriffe und so weiter", sagte Putin in einem am Montag veröffentlichten Ausschnitt eines Interviews mit dem US-Sender NBC News. Es seien aber keine Belege für die Anschuldigungen vorgelegt worden. "Wo sind die Beweise", fragte Putin, der sich an diesem Mittwoch mit seinem US-Kollegen Joe Biden in Genf zu einem mit Spannung erwarteten Gipfel treffen wird.

Als Vergeltung für Moskau zugeschriebene Hackerangriffe und Einmischungen in US-Wahlen hatten die USA im April zehn russische Diplomaten ausgewiesen und neue Sanktionen verhängt. Russland reagierte mit der Ausweisung von zehn US-Diplomaten und mit Sanktionen gegen die USA. Darüber hinaus erließ die Regierung in Moskau eine Einreisesperre für hochrangige US-Regierungsvertreter.

Putin schlug in dem Interview erneut eine Zusammenarbeit mit den USA bei der Cybersicherheit vor. "Es ist unsere große Hoffnung, dass wir diesen Prozess mit unseren US-Partnern in Gang setzen können", sagte er der Übersetzung zufolge. Bereits am Samstag war ein erster Teil des Interviews veröffentlicht worden. Der Kreml veröffentlichte am Montag eine eigene Transkription des Gesprächs.

Biden hat sich mehrfach sehr kritisch über Putin geäußert. So bejahte er in einem Interview im März die Frage, ob er Putin für einen "Killer" halte - Russland zog daraufhin vorübergehend seinen Botschafter aus Washington ab. Darauf sagte Putin, er sei während seiner Amtszeit schon oft aus verschiedenen Richtungen angegriffen worden. "Das überrascht mich nicht."

Angesprochen wurde der Staatschef auch auf seinen inhaftierten Gegner Alexej Nawalny. Der Oppositionelle sei unwichtig. Er werde auch nicht schlechter behandelt als andere Gefangene, meinte Putin und wies erneut zurück, hinter dem Mordanschlag auf Nawalny zu stecken: "Wir haben keine solche Gewohnheit, jemanden zu ermorden." Auf die Frage, ob Putin garantieren könne, dass der Oppositionelle das Gefängnis lebend verlassen werde, antwortete er: "Für mich ist er einer der Bürger der Russischen Föderation, die von einem russischen Gericht verurteilt wurden und sich in einem Gefängnis befinden."

Nawalny ist seit Monaten in einem Straflager östlich von Moskau inhaftiert. Die russische Justiz wirft dem 45-Jährigen vor, gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen zu haben, während er sich in Deutschland von einem Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok erholte.

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