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ROUNDUP/Neuer Höchststand: 23 542 Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet

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BERLIN (dpa-AFX) - In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23 542 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein neuer Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Morgen hervorgeht. Am vergangenen Samstag war mit 23 399 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der neu gemeldeten Fälle am Freitag um knapp 1700.

Am Freitag und Samstag gibt es in der Regel besonders hohe Zahlen. Am Sonntag und Montag sind sie hingegen recht niedrig - unter anderem, weil am Wochenende weniger getestet wird. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Neuinfektionen insgesamt zwar weiter steigt, aber nicht mehr so schnell. Dass die wöchentlichen Sprünge kleiner werden, zeigt sich auch diesmal: Am Freitag der Vorwoche betrug die Zahl 21 506, eine Woche zuvor waren es 18 681.

Trotz neuer Höchstwerte gebe es kein exponentielles Wachstum bei den Infektionen mehr, sagte auch Gernot Marx, Intensivmediziner am Uniklinikum Aachen, am Freitag im Radiosender WDR5. Die Kurve flache ab. Die Gründe sind noch nicht ganz klar. Der Effekt könne auch dadurch mitverursacht sein, dass die Laborkapazitäten langsam ausgeschöpft seien, hatte Uta Rexroth, die Leiterin des RKI-Lagezentrums, am Donnerstag gesagt.

Bis sich die Wirkung des seit dem 2. November greifenden Teil-Lockdowns bei den Infektionszahlen zeigt, dauert es nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen. Allerdings hatten Daten des Corona-Monitors des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bereits gezeigt, dass sich die dafür Befragten schon zuvor wieder vorsichtiger verhielten. An diesem Montag beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über die seit dann zwei Wochen geltenden Einschränkungen. Bereits bislang war geplant, dass diese den ganzen November über aufrecht erhalten bleiben.

Auf den Intensivstationen werden derzeit 3299 Covid-19-Patienten behandelt, 56 Prozent davon werden beatmet. Die Zahl steigt weiterhin steil an und wird nach Einschätzung von Marx noch stark zunehmen. Er rechne damit, dass mindestens 5000 Patienten oder vielleicht sogar doppelt so viele wie die derzeit mehr als 3000 Patienten intensiv behandelt werden müssten. Diese Patienten lägen auch sehr lange - zwei bis vier Wochen - in den Kliniken. "Das heißt, wir werden in der Intensivmedizin noch weit über den Dezember damit zu tun haben."

Man wisse, dass etwa zwei Prozent der Neuinfizierten in zehn bis zwölf Tagen auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Mit Blick auf die vom RKI gemeldete Zahl von 23 542 neuen Corona-Infektionen bundesweit sagte Marx: "Wir wissen jetzt schon, dass wir in zehn, zwölf Tagen wieder über 400 Patienten mehr haben werden." Es sei eine "wesentlich umfangreichere und bedrohlichere Situation als im Frühjahr".

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits zu Wochenbeginn von wahrscheinlich noch über 6000 Covid-19-Patienten gleichzeitig auf den Intensivstationen noch im November gesprochen. "Höher dürfen die Zahlen nicht steigen. Falls doch, würden wir absehbar an einen Punkt kommen, an dem das Gesundheitssystem überfordert ist."

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 751 095 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 13.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 218 auf insgesamt 12 200. Am Donnerstag hatte diese Steigerung 215 Fälle betragen. Das RKI schätzt, dass rund 481 700 der registrierten Infizierten inzwischen genesen sind.

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - von den Gesundheitsämtern registrierte Infizierte pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen - steigt ebenfalls. Doch auch ihr Anstieg ist deutlich abgeflacht. Sie lag nach RKI-Angaben vom Freitag bei 140,4 (zuvor 139,0).

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,99 (Vortag: 0,93). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.