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ROUNDUP/Klimaforscher Latif: Gefahr einer Dürre in Deutschland

KIEL (dpa-AFX) - Klimaforscher Mojib Latif sieht nach trockenen Wochen in Deutschland die Gefahr einer Dürre in diesem Jahr. "Die letzten beiden Jahre waren außergewöhnlich trocken. Die Böden brauchen nun Regen. Ihre Wasserspeicher sind nur zum Teil wieder aufgefüllt worden", sagte Latif, der am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel forscht, der Rhein-Neckar-Zeitung (Samstag). Der Landwirtschaft drohe eine Missernte: "Die Bauern haben aber noch Hoffnung. Wenn es in den kommenden zwei bis drei Wochen kräftig regnet, kann dies den trockenen April ausgleichen."

Laut Deutschem Wetterdienst ist in der kommenden Woche ein bisschen Regen in Sicht. Die Mengen werden aber wohl nicht ausreichen, die vergangenen trockenen Wochen auszugleichen. Am 29. April will der Deutsche Wetterdienst seine vorläufige Wetterbilanz für den laufenden Monat veröffentlichen.

Auch der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie warnt vor möglichen Folgen der Trockenheit. "Sollte die Trockenheit anhalten, kann es zu massivem Baumsterben in Deutschland kommen. Das bedroht unsere Ökosysteme und die langfristige Rohstoffgrundlage unserer Industrie. Holzindustrie und Forstwirtschaft sind deshalb extrem besorgt", sagte Verbandsgeschäftsführer Denny Ohnesorge. Bereits in den letzten beiden Jahren hätten die heimischen Wälder unter extrem hohen Temperaturen, Niederschlagsmangel und Schädlingsbefall gelitten.

"Nach drei Jahren Trockenheit kann man nicht mit Sicherheit vom Klimawandel sprechen", ergänzte Latif. Aber es deute alles auf den Klimawandel hin, wenn man die Trockenheit, die Durchschnitts-Temperaturen und die Niederschläge betrachtet.