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ROUNDUP: Energiekonzern Uniper spürt nur geringe Auswirkungen der Corona-Krise

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Während viele andere Branchen schwer unter der Corona-Krise leiden, laufen die Geschäfte beim Energiekonzern Uniper <DE000UNSE018> gut. "Die wirtschaftlichen Folgen von Corona sorgen uns, es ist aber derzeit nicht absehbar, dass sie Uniper in der Entwicklung wesentlich beeinflussen", sagte Finanzvorstand Sascha Bibert am Donnerstag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das erste Quartal.

Uniper habe hauptsächlich große und solide Geschäftskunden mit hoher Finanzstärke. Zudem sei ein bedeutender Teil des Kraftwerkparks systemrelevant oder erhalte Kapazitätszahlungen. Uniper habe bereits mehr als 95 Prozent seiner Stromproduktion für das laufende Jahr verkauft. Die gesunkenen Großhandelspreise an der Strombörse treffen Uniper deshalb nicht. Auch das Gasgeschäft laufe gut. Wie bereits bekannt, erhöhte Uniper seinen Nettogewinn von 117 Millionen Euro auf 499 Millionen Euro. An der Prognose für das Gesamtjahr hält das Unternehmen zudem fest.

Bei der Inbetriebnahme des umstrittenen Steinkohlekraftwerks Datteln 4 laufe alles nach Plan, sagte Vorstandschef Andreas Schierenbeck. "Das Projekt befindet sich voll auf der Zielgeraden." Uniper erwarte weiterhin die kommerzielle Inbetriebnahme im Frühsommer. Schon jetzt speist das Kraftwerk während des Probebetriebs immer wieder größere Mengen Strom in das Netz ein. Die Produktion der kommenden Jahre habe man zu großen Teilen an RWE <DE0007037129> und die Deutsche Bahn verkauft, sagte Schierenbeck.

Sorgenkind von Uniper bleibt das russische Kraftwerk Berjosowskaja 3. Die erneute Inbteriebnahme müsse abermals verschoben werden, weil es auf der Baustelle in Sibirien coronabedingt nicht genügend Fachkräfte gebe. Jetzt soll das bei einem Brand schwer beschädigte Kraftwerk Ende des Jahres wieder angeschaltet werden. Nach Angaben von Bibert entgeht Uniper durch den Ausfall des Kraftwerks pro Jahr ein Ergebnisbeitrag von 120 Millionen Euro.