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ROUNDUP: Deutsche Pfandbriefbank dämpft Gewinnerwartungen - Aktie sackt ab

MÜNCHEN (dpa-AFX) -Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) DE0008019001 dämpft angesichts trüberer Wirtschaftsaussichten die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr. Er erwarte derzeit eher ein Ergebnis am unteren Ende der bisherigen Zielspanne von 200 bis 220 Millionen Euro, erklärte Vorstandschef Andreas Arndt in einer Videokonferenz zu den Quartalszahlen am Montag. So beobachte er im Neugeschäft weiterhin eine deutliche Zurückhaltung der Investoren. Jetzt setzt der Gewerbeimmobilien-Finanzierer auf den Erhalt seines Vertragsbestands. Ausbauen will der Vorstand indes das Direktbankgeschäft mit Tages- und Festgeldern von Privatkunden.

An der Börse wurden die Nachrichten teils mit deutlichen Kursverlusten quittiert. Die pbb-Aktie verlor am Morgen zeitweise fast sieben Prozent an Wert. Zur Mittagszeit lag sie noch mit rund 2,6 Prozent im Minus bei 7,64 Euro, gehörte damit aber immer noch zu den stärksten Verlierern im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386. Dabei sollte das eingedampfte Gewinnziel eigentlich nicht überrascht haben: Analysten waren zuletzt im Schnitt sogar von einem Vorsteuerergebnis knapp unter der Zielspanne ausgegangen.

In den ersten neun Monaten erzielte die Pfandbriefbank einen Vorsteuergewinn von 159 Millionen Euro, fast 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem an der Entwicklung im dritten Quartal: Da sackte der Vorsteuergewinn im Jahresvergleich sogar um 28 Prozent auf 52 Millionen Euro nach unten. Der Überschuss ging ähnlich stark auf 44 Millionen Euro zurück, wie das Institut am Montag in München mitteilte.

Der Vorstand erklärte dies mit dem Ende der Sonderverzinsung der Europäischen Zentralbank für Refinanzierungsgeschäfte von Banken. Zudem hatte sie ein Jahr zuvor von hohen Vorfälligkeitsentschädigungen wegen vorzeitig gekündigter Kredite profitiert. Die Erträge sanken in der Folge um rund zehn Prozent auf 128 Millionen Euro.

Angesichts der deutlich gestiegenen Zinsen lösten Kunden keine alten Kredite mehr vorzeitig ab, erklärte Arndt. Im dritten Quartal 2021 hatte das Institut allein 17 Millionen Euro als Ertrag aus sogenannten Vorfälligkeitsentschädigungen eingestrichen. Damals konnten sich Kunden mit der Umfinanzierung noch längerfristig relativ niedrige Kreditzinsen sichern. Das ist inzwischen vorbei.

Die Pfandbriefbank bekommt die Zurückhaltung der Kunden auch im Neugeschäft zu spüren. Wie schon im August erwartet Arndt für 2022 weiterhin Vertragsabschlüsse in der gewerblichen Immobilienfinanzierung von 9,5 Milliarden Euro, dem unteren Ende der ursprünglichen Spanne. Im März hatte er noch bis zu 10,5 Milliarden für möglich gehalten.

Das gestiegene Zinsniveau macht die Refinanzierung auch für die Pfandbriefbank am Kapitalmarkt deutlich teurer. Daher baut Arndt verstärkt auf das Direktbankgeschäft mit Tages- und Festgeldangeboten für Privatanleger. Das sei gemessen an den Zinsen für die Bank deutlich günstiger, erklärte der Manager. Von Jahresbeginn bis Ende Oktober seien die Einlagen von Privatkunden bei der pbb um etwa eine Milliarde auf 4,1 Milliarden Euro gestiegen.

Für den erwarteten Wirtschaftsabschwung sieht der Vorstandschef die Pfandbriefbank gut gerüstet - auch wegen des bestehenden Vorsorge-Puffers für mögliche Kreditausfälle. "Risikokonservatives Geschäft bewährt sich gerade in Krisenzeiten." So setze das Geldhaus auf die Finanzierung von Büroimmobilien in guten und sehr guten Lagen. Zwar rechnet Arndt im Fall einer Rezession mit Insolvenzen und in der Folge auch mit Mietausfällen. "Aber in gute Immobilien ziehen nach unserer Erfahrung schnell wieder neue Mieter ein."

Zwar geht auch Arndt davon aus, dass viele Unternehmen wegen des Trends zum Homeoffice weniger Büroflächen benötigen. Aus seiner Sicht dürfte dies aber vor allem zulasten von Gebäuden in ungünstigen Randlagen und mit einer schlechteren Energiebilanz gehen. "Wir haben keine hohen Leerstände, sondern eine hohe Belegungsquote gerade auch im Office-Bereich", sagte er. In den Gebäuden seien sehr solvente Firmen Mieter. Diese suchten auch weiterhin große Flächen.

Dennoch dürfte das Geschäft in den kommenden beiden Jahren nicht ganz einfach werden, erklärte Arndt. Höhere Zinsen in neuen Kreditverträgen, der anhaltende Geschäftsausbau und der wachsende Kreditbestand sollen dem Institut helfen, die negativen Effekte auszugleichen.