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ROUNDUP: Deutsche Außenpolitiker rügen Türkei wegen umstrittener Erdgassuche

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BERLIN (dpa-AFX) - Im Streit zwischen den Nato-Staaten Griechenland und Türkei um Erdgasvorkommen im Mittelmeer machen deutsche Außenpolitiker der Regierung in Ankara schwere Vorwürfe. "Die Gasbohrungen türkischer Schiffe in internationalen Gewässern fügen sich leider in die Strategie der Eskalation und Provokation der vergangenen Monate", erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt am Dienstag in Berlin. "Seitens der Türkei gehören hierzu die Einschränkung der Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheit ebenso wie die Provokationen gegenüber Griechenland und die Umwandlung des Weltkulturerbes Hagia Sophia in eine Moschee."

Diese "Provokationen" der türkischen Regierung seien innenpolitisch motiviert, sagte Hardt. Sie werden aus seiner Sicht Präsident Recep Tayyip Erdogan jedoch nicht helfen, die wachsende Unzufriedenheit der jungen Bevölkerung mit der wirtschaftlichen Krise zu beseitigen.

Hardt erklärte: "Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag fordert, dass sich die Türkei nach vielen Jahren der Entfremdung wieder auf den Wertekanon der Nato, des Europarates und der Europäischen Union zurückbesinnt." Meinungsverschiedenheiten müssten diplomatisch und völkerrechtskonform anstatt durch Konfrontation ausgeglichen werden.

Für die FDP-Bundestagsfraktion erklärte Bijan Djir-Sarai, die heutige Türkei sei kein zuverlässiger Partner. "Die innenpolitischen Repressionen und die aggressive Regionalpolitik der Türkei darf die Bundesregierung nicht zögerlich gegenüberstehen."

Sevim Dagdelen, Obfrau der Linken im Auswärtigen Ausschuss, erklärte: "Die Bundesregierung darf sich nicht weiter wegducken und muss endlich die türkischen Völkerrechtsbrüche der Verletzung der Souveränität Griechenlands und Zyperns klar benennen."

Der Streit über türkische Erdgaserkundungen vor griechischen Inseln im östlichen Mittelmeer ist in den vergangenen Wochen immer weiter eskaliert. Griechenland hält die Erkundungen für illegal. Auch die EU hat die türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie einzustellen. Die Regierung in Ankara vertritt dagegen den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.