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ROUNDUP: Cerberus senkt Beteiligung an Commerzbank

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der US-Hedgefonds Cerberus hat sein Engagement bei der Commerzbank <DE000CBK1001> über eine Platzierung von Aktien deutlich zurückgefahren. Das von Stephen Feinberg gemanagte Investmentvehikel hält nur noch knapp drei Prozent der Anteile, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung der Commerzbank hervorgeht. Vor der Platzierung waren es etwas mehr als fünf Prozent. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der Finanzinvestor seinen Anteil an der Commerzbank und der Deutschen Bank <DE0005140008> senkt und sich dabei auf Angebotsunterlagen berufen.

Cerberus hatte sich 2017 in der Hoffnung auf eine Erholung der Kurse eingekauft. Die jetzt auf den Markt geworfenen Papiere schlägt der Investor, der nach dem Höllenhund aus der griechischen Mythologie benannt ist, mit einem deutlichen Verlust los. Bei der Deutschen Bank sinkt der Anteil nach der Platzierung nach Bloomberg-Informationen von drei Prozent auf knapp zwei Prozent.

Den Informationen der Nachrichtenagentur zufolge wurden die rund 25,3 Millionen Commerzbank-Anteile zu 7,50 Euro je Anteil und die rund 21 Millionen Deutsche-Bank-Anteile zu jeweils 12,06 Euro angeboten. Der Gesamterlös für Cerberus dürfte damit bei rund 450 Millionen Euro liegen - rechnerisch ergibt dies einen Verlust für die jetzt zum Verkauf stehenden Anteile im niedrigen dreistelligen Millionenbereich.

Seit dem Einstieg von Cerberus gab der Kurs der Deutschen-Bank-Aktie um rund ein Fünftel nach, derjenige der Commerzbank um fast ein Drittel. Die Kurse der beiden Titel sanken am Dienstagvormittag kräftig. Die Commerzbank-Aktie lag mit einem Abschlag von gut drei Prozent auf 7,45 Euro am MDax-Ende; die Deutsche-Bank-Anteile waren mit einem Minus von etwas mehr als einem Prozent auf 12,23 Euro der schwächste Dax-Titel.

Cerberus hatte sich in den letzten Jahren Finanzkreisen zufolge immer wieder auch für eine Fusion der beiden Häuser stark gemacht. Zudem wurde darüber spekuliert, ob er den zuletzt knapp 16-prozentigen Anteil des Staates an der Commerzbank übernehmen könnte. Bei der Commerzbank war Cerberus zudem unter anderem dafür verantwortlich, dass der damalige Konzernchef Martin Zielke Ende 2020 gehen musste.

Beim Konkurrenten Deutsche Bank war Cerberus zudem als Berater für den jüngsten Sanierungskurs mit an Bord. Dieser wurde von dem seit April 2018 an der Spitze der Bank stehenden Christian Sewing eingeleitet. Nachdem zuvor viele Versuche, die größte deutsche Bank wieder auf gesunde Beine zu stellen, gescheitert waren, sieht es dieses Mal besser aus. Sewing profitierte dabei zuletzt allerdings auch von einer kräftigen Erholung der Märkte.

Mit den jetzt angepeilten Verkaufskursen für einen Teil des Pakets kann Cerberus zumindest eine Erholung der Aktien seit dem Tief im Corona-Crash im Frühjahr 2020 nutzen. Damals hätte Cerberus mit rund 160 Millionen Euro noch deutlich weniger für die jetzt platzierten Anteile bekommen.

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