Deutsche Märkte geschlossen

ROUNDUP: Bulgariens Corona-Krisenstab kritisiert Verhalten der Bürger

SOFIA (dpa-AFX) - Nach der ersten Lockerung der Corona-Beschränkungen in Bulgarien beklagt der Krisenstab in Sofia, dass die Menschen noch geltende Schutzmaßnahmen kaum einhalten. "Es wird tatsächlich eine permanente Verletzung der Auflagen beobachtet", bemängelte Krisenstabchef Wenzislaw Mutaftschijski am Donnerstag vor der Presse. Die Menschen müssten Verantwortung zeigen und Schutzmasken in geschlossenen Räumen, in Verkehrsmitteln und in Geschäften tragen.

Obwohl die Zahl der Covid-19-Neuerkrankungen in Bulgarien noch immer schnell steigt, wurden seit Anfang Mai einige Einschränkungen gelockert. Erst am Mittwoch, einem Nationalfeiertag in dem Balkanland, durften Freiluftlokale oder Terrassen von Restaurants und Cafés wieder öffnen. Im Zentrum der Hauptstadt Sofia und im südbulgarischen Plowdiw hatten angesagte Lokale schnell viele Besucher. Der Betrieb wurde unter Auflagen wie etwa Gesichtsmasken für das Personal und Abstand zwischen den Tischen von mindestens 1,5 Metern wieder aufgenommen.

In Bulgarien mit einer Einwohnerzahl von knapp sieben Millionen Menschen waren bis Donnerstagnachmittag 1829 Coronavirus-Fälle nachgewiesen worden - plus 71 seit Mittwochmorgen. 84 Menschen starben an den Folgen der Infektion. 384 Patienten gelten als wieder genesen. Das ärmste EU-Land schaffte es nach Einschätzung von Experten, mit rechtzeitig eingeführten Schutzmaßnahmen soweit die Infektion in Grenzen zu halten, damit das Gesundheitswesen funktionsfähig bleibt. Das System kann nach Auffassung des Krisenstabchefs noch immer mit den steigenden Fallzahlen zurechtkommen.