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ROUNDUP/Bidens Weihnachtsbotschaft: Die härteste Corona-Zeit steht noch bevor

·Lesedauer: 3 Min.

WILMINGTON (dpa-AFX) - Der künftige US-Präsident Joe Biden macht den Amerikanern angesichts der anhaltend intensiven Corona-Pandemie keine Hoffnung auf eine rasche Besserung der Lage - im Gegenteil. "Hier ist die einfache Wahrheit: Die dunkelsten Tage im Kampf gegen Covid liegen noch vor uns, nicht hinter uns", sagte der Demokrat am Dienstag in Wilmington in seinem Heimat-Bundesstaat Delaware in einer Ansprache vor den Feiertagen. "Wir müssen uns darauf vorbereiten, unser Rückgrat zu stärken. So frustrierend das ist, wir werden Geduld brauchen, Durchhaltevermögen und Entschlossenheit, um das Virus zu besiegen", sagte Biden.

Der gewählte Präsident verwies darauf, dass es noch viele Monate dauern werde, bis die rund 330 Millionen Menschen in Amerika gegen das Coronavirus geimpft werden könnten. Daher sei es wichtig, über die Feiertage und darüber hinaus weiter die bekannten Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um weitere Infektionen zu vermeiden. Dazu gehöre auch, Weihnachten in diesem Jahr nicht wie üblich mit vielen Familienmitgliedern zu feiern, mahnte Biden. In diesem Jahr sei es ein Zeichen wirklicher Zuneigung, nicht zusammen zu feiern.

Der 78-Jährige war am Montag vor laufenden Kameras geimpft worden. Er habe "absolutes Vertrauen" in den Impfstoff, sagte Biden. Er freue sich schon auf die zweite Spritze des Impfstoffs der Hersteller Pfizer <US7170811035> und Biontech <US09075V1026>, fügte er hinzu. Die anlaufende massive Impfkampagne sei für die USA eine der "größten praktischen Herausforderungen" der jüngeren Geschichte, sagte er.

Bidens erneute Warnungen und Appelle an die Verantwortung der Amerikaner in Bezug auf die Pandemie standen im Kontrast zum Schweigen des amtierenden Präsidenten Donald Trump. Der Republikaner hatte sich zuletzt vereinzelt zum Thema Impfungen geäußert, sich ansonsten aber wohl vor allem um die von ihm erhobenen haltlosen Vorwürfe des Wahlbetrugs gekümmert. Das Corona-Lauffeuer und die Tag für Tag hohen Todeszahlen ließ er weitgehend unkommentiert. Biden hatte sich bei der Wahl vom 3. November gegen Trump durchgesetzt und soll am 20. Januar als neuer Präsident vereidigt werden.

Die Corona-Pandemie hat die USA in eine schwere Krise gestürzt. Rund 18,2 Millionen Menschen haben sich dort bislang nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Zuletzt meldeten die Behörden im Schnitt rund 200 000 Neuinfektionen und mehr als 2000 Tote pro Tag. Insgesamt sind bereits Mehr als 320 000 Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben. In absoluten Zahlen gemessen gibt es in den USA mehr bekannte Infektionen und Todesfälle als in jedem anderen Land der Welt.

Biden lobte den Kongress für die am Montagabend erfolgte überparteiliche Verabschiedung eines Konjunkturpakets im Umfang von rund 900 Milliarden US-Dollar, mit dem die Folgen der der Corona-Krise abgefedert werden sollen. Gleichzeitig stellte er klar, dass er sich schon ab Januar in Zusammenarbeit mit dem Kongress um weitere Konjunkturspritzen bemühen werde. Das jüngste Paket sei nur eine "erste Anzahlung" gewesen. Im Frühjahr hatten Demokraten und Republikaner im US-Kongress bereits Konjunkturpakete im Umfang von insgesamt rund 2,7 Billionen Dollar auf den Weg gebracht, was mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entsprach.

Biden betonte, die USA würden das Virus 2021 in die Schranken weisen. "Dieses Jahr sind wir als Nation auf das tiefste erschüttert worden", sagte Biden. Aber nun sei die "Zeit für Hoffnung" gekommen. "Wir haben in diesem Land auch früher schwere Zeiten überstanden. Wir werden auch diese schwere Zeit überstehen."