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ROUNDUP: Biden übernimmt Führung in Georgia

·Lesedauer: 2 Min.

WASHINGTON (dpa-AFX) - Im Rennen um das Weiße Haus hat Trump-Herausforderer Joe Biden nach einer langen Aufholjagd die Führung in Georgia übernommen. Gelingt es Biden, in dem Bundesstaat mit 16 Wahlleuten an der Spitze zu bleiben, könnte es eine entscheidende Entwicklung sein. Denn ohne Georgia kommt Präsident Donald Trump nicht auf die für einen Wahlsieg nötige Zahl von 270 Wahlleuten - selbst wenn er sich in allen noch offenen Bundesstaaten durchsetzt. Offen sind auch noch die Rennen in Alaska, Arizona, Nevada, North Carolina und Pennsylvania.

Am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) lag der ehemalige Vizepräsident Biden in Georgia Wahldaten zufolge zeitweise mit 917 Stimmen vor Trump, wie unter anderem der Sender CNN berichtete. Seit dem Wahltag am 3. November holte Biden damit mehr als 300 000 Stimmen auf. Die Auszählung war fast vollständig - es könnten aber noch einige Tausend Stimmen unter anderem von Militärangehörigen hinzukommen.

Biden würde sich die für einen Wahlsieg nötigen 270 Stimmen der Wahlleute sichern, sollte er Georgia gewinnen und sich sein Erfolg in Arizona bestätigen. Die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News hatten Arizona bereits dem Demokraten zugeschlagen. Andere Medien hielten sich noch zurück.

Trump konnte sich 2016 in Georgia mit gut fünf Prozentpunkten vor Hillary Clinton die Stimmen der 16 Wahlleute sichern. Georgia war in den vergangenen Jahren eher den Republikanern zugeneigt: Seit Bill Clinton im Jahr 1992 hatte kein Demokrat den Bundesstaat gewinnen können.

Damit wäre ein Sieg Bidens in Georgia auch ein Dämpfer für die von Trump angedrohte Klagewelle gegen eine Wahlniederlage. Denn in Georgia stellen Republikaner unter anderem den Gouverneur und zentrale Amtsträger sowie die Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Die Behauptungen des Präsidenten, in Bundesstaaten wie Pennsylvania würden Demokraten in hohen Ämtern ihm durch Betrug den Sieg stehlen, funktionieren im Fall Georgia nicht. Es gibt auch in den anderen Staaten keine Beweise für Wahlfälschung, wie die für Wahlen Verantwortlichen und US-Sender immer wieder klarstellen.

In Pennsylvania sank der Vorsprung des Amtsinhabers auf rund 22 500 Stimmen. Der Bundesstaat mit seinen 20 Wahlleuten könnte die Wahl schon allein für Biden entscheiden.

Trump bekräftigte unterdessen mitten in der Nacht bei Twitter, dass er aus seiner Sicht mit den "legal" abgegebenen Stimmen die Wahl mit Leichtigkeit gewonnen habe. Der Präsident hatte zuvor bereits bei einem Auftritt im Weißen Haus behauptet, die Demokraten versuchten, ihm den Sieg durch Betrug zu nehmen. Twitter verpasste dem Tweet umgehend den Warnhinweis, dass der Beitrag irreführende Informationen enthalten könne.