Deutsche Märkte öffnen in 1 Stunde

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Leichtes Minus - Wirecard brechen tiefer ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach Gewinnen in der Vorwoche sind die Anleger am Montag wieder etwas vorsichtiger. Die Richtungssuche im Dax <DE0008469008> gehe weiter, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Der Leitindex gab im frühen Handel zuletzt um 0,08 Prozent auf 12 320,69 Zähler nach, womit er seine Auftaktverluste deutlich eindämmte.

Aktuell sei der Dax von seinem im Juni erreichten jüngsten Hoch genau so weit entfernt sei wie von seinem jüngsten Tief, erklärte Altmann. Für die Anleger sei daher nicht klar zu erkennen, wohin die Reise weiter gehen werde. "Für die Anleger ist die aktuelle Situation ein Dilemma. Einerseits wollen sie bei möglichen Kursanstiegen dabei sein, andererseits haben sie Angst, dass der Markt noch einmal nach unten wegbrechen könnte."

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Börsenwerte verlor 0,38 Prozent auf 26 144,98 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gab um 0,36 Prozent auf 3257,25 Punkte nach.

Erneut zogen die Aktien von Wirecard <DE0007472060> alle Aufmerksamkeit auf sich, obwohl der Dax mit dem Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6> ein neues Mitglied hat. Der Bilanzskandal um den Zahlungsabwickler und dessen neuerlicher Kurssturz ist für den Index, der die erste Börsenliga deutscher Unternehmen widerspiegelt, ein Novum. Wirecard-Papiere brachen um weitere knapp 40 Prozent ein, nachdem sie am vergangenen Donnerstag und Freitag bereits um bis zu 82 Prozent abgesackt waren.

Der Bezahldienstleister steht inzwischen am Abgrund. Seine Zukunft hängt vom Wohlwollen der Banken ab, denn die vermissten 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten in Asien gibt es mit ziemlicher Sicherheit nicht. Und so bekommt Wirecard auch kein Testat für die Jahreszahlen 2019. Die Einschätzungen zu 2019 sowie zum erste Quartal und auch die Prognosen für 2025 nahm der Konzern zurück.

Die Banken könnten Wirecard jetzt den Geldhahn abdrehen und stehen daher ebenfalls im Blick, denn womöglich könnten Abschreibungen drohen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" allerdings berichtete, wollen sie das Unternehmen nicht fallen lassen. "Keiner hat ein Interesse daran, den Kredit zu kündigen", hieß es am Samstag aus einem der beteiligten Geldhäuser. Die Papiere der Deutschen Bank <DE0005140008> gaben um 0,9 Prozent nach und die der Commerzbank <DE000CBK1001> um 0,2 Prozent.

Die Anteilsscheine der Deutsche Wohnen legten an ihrem ersten Tag im Dax um 1,0 Prozent zu, während die Aktien der Lufthansa <DE0008232125> an ihrem ersten Tag im MDax 5,7 Prozent einbüßten. Am Gelingen der Rettung der in der Coronoa-Krise unter die Räder gekommenen Fluggesellschaft gibt es Zweifel. Die Lufthansa fürchtet angesichts einer niedrigen Präsenz auf der Hauptversammlung an diesem Donnerstag einen ungewissen Ausgang bis hin zu einer Insolvenz. Denn die Zustimmung zu den neun Milliarden Euro schweren Staatshilfen steht nach den Registrierungen der Anteilseigner mehr denn je auf der Kippe.

Die Anteilsscheine des Aromen- und Duftstoffherstellers Symrise <DE000SYM9999> erreichten am Morgen ein neues Rekordhoch bei 100,70 Euro. Delivery Hero <DE000A2E4K43> gaben zugleich um 0,3 Prozent auf knapp unter 90 Euro nach, befinden sich damit allerdings nur knapp unter ihrem erst kürzlich erreichten Rekordhoch von 92,20 Euro. Beide werden als Nachfolger für Wirecard gehandelt, sobald dessen Aktie - wohl spätestens im September - aus dem Dax genommen werden dürfte. Auf ein Rekordhoch von zuletzt 83,10 Euro stiegen am Morgen zudem auch die Aktien des Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer <DE000A0LD6E6>, die seit diesem Montag Mitglied im Stoxx Europe 600 <EU0009658202> sind.

Ex Dividende werden am Montag die T-Aktien gehandelt sowie die von Nemetschek <DE0006452907> im MDax <DE0008467416> und Zeal Network <GB00BHD66J44> im SDax <DE0009653386>. Die Deutsche Telekom <DE0005557508> schüttet 60 Cent je Aktie aus, der Software-Hersteller für die Baubranche 28 Cent und das Online-Lotterieunternehmen 80 Cent.