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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax unter Druck - Weitere Verlustwoche droht

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Furcht vor der Coronavirus-Epidemie hat die Aktienmärkte nach einer kurzen Stabilisierungsphase am Freitag wieder fest im Griff. Der Dax <DE0008469008> verlor im frühen Handel um knapp zwei Prozent auf 11 714,91 Punkte. Damit ist das Zwischentief vom Wochenanfang bei 11 624 Zählern wieder in greifbare Nähe gerückt. Auf Wochensicht zeichnet sich ein Verlust von 1,5 Prozent ab.

In New York war der Dow Jones Index am Vortag stark unter Druck geraten. Grund dafür war unter anderem, dass Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom wegen der Ausbreitung des Virus den Notstand ausgerufen hatte. Auch die Aktienmärkte in Asien meldeten Verluste, so verlor der japanische Leitindex Nikkei 225 mehr als zweieinhalb Prozent.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsentitel büßte am Freitag zwei Prozent auf 25 168,72 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone fiel um knapp zwei Prozent.

Trotz der neuerlichen Kursverluste gibt es noch immer Optimisten am Markt: "Es gibt Hinweise, dass einige zweckmäßige Maßnahmen die Ausbreitung des Virus erheblich eingrenzen können", schrieb Analyst Peter Berezin vom Analysehaus BCA Research. So sei die Zahl neu Infizierter außerhalb Chinas zuletzt zurückgegangen. Das zeige, dass die ergriffenen Schritte wirken. "Anleger sollten in Aktien investiert sein", riet daher Berezin.

Mit den Aktien der Lufthansa <DE0008232125> und des Treibwerkherstellers MTU <DE000A0D9PT0> zählten zwei Titel zu den größten Dax-Verlierern, deren Aktivitäten besonders unter der Epidemie leiden dürften. Lufthansa verloren 3,3 Prozent und MTU 2,3 Prozent. Schlusslichter im MDax der mittelgroßen Börsentitel waren Fraport <DE0005773303> und CTS Eventim <DE0005470306>, sie büßten jeweils mehr als fünf Prozent in. Auch die Geschäfte des Flughafenbetreibers und des Ticketvermarkters dürften unter der Epidemie leiden.

Bei Infineon <DE0006231004> könnte eine Übernahme scheitern, die Aktien verloren 1,7 Prozent. Informierten Personen zufolge soll die Regulierungsbehörde CFIUS den US-Präsidenten Donald Trump vor einer Genehmigung der Übernahme von Cypress durch Infineon aus Gründen der nationalen Sicherheit gewarnt haben, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Erschwerend hinzu kam für den Infineon-Kurs eine Verkaufsempfehlung der Metzler Bank.