Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    12.284,19
    -247,44 (-1,97%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.348,60
    -78,54 (-2,29%)
     
  • Dow Jones 30

    29.590,41
    -486,27 (-1,62%)
     
  • Gold

    1.651,70
    -29,40 (-1,75%)
     
  • EUR/USD

    0,9693
    -0,0145 (-1,47%)
     
  • BTC-EUR

    19.716,43
    -9,98 (-0,05%)
     
  • CMC Crypto 200

    434,61
    -9,92 (-2,23%)
     
  • Öl (Brent)

    79,43
    -4,06 (-4,86%)
     
  • MDAX

    22.541,58
    -725,73 (-3,12%)
     
  • TecDAX

    2.656,28
    -46,58 (-1,72%)
     
  • SDAX

    10.507,96
    -402,46 (-3,69%)
     
  • Nikkei 225

    27.153,83
    -159,30 (-0,58%)
     
  • FTSE 100

    7.018,60
    -140,92 (-1,97%)
     
  • CAC 40

    5.783,41
    -135,09 (-2,28%)
     
  • Nasdaq Compositive

    10.867,93
    -198,88 (-1,80%)
     

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax rutscht weiter ab wegen Zinsängsten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die von US-Notenbank-Chef Jerome Powell neu angefachte Zinsangst belastet zu Wochenbeginn weiter den deutschen Aktienmarkt. Im Schlepptau der international eingetrübten Börsenlage rutschte der Dax <DE0008469008> am Montag am Ende der ersten Handelsstunde um 1,26 Prozent weiter ab. Mit 12 807,76 Punkten entfernte er sich weiter von der 13 000er-Marke. Damit ist das Kursbarometer auch charttechnisch deutlich angeschlagen.

In der zweiten deutschen Börsenliga waren die Verluste etwas geringer, wie der MDax <DE0008467416> mit einem Abschlag von 0,70 Prozent auf 25 344,04 Zähler zeigte. Auf gesamteuropäischer Bühne wiederum war der Abgabedruck groß, der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 <EU0009658145> sackte um 1,4 Prozent ab.

Am Freitag schon hatte Powell die Märkte mit seinen Aussagen auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole erheblich unter Druck gesetzt. Laut dem Bankhaus Metzler hat er nachdrücklich die Absicht bekräftigt, die Geldpolitik so weit zu straffen, dass die Inflation auf das Zielniveau von zwei Prozent sinkt. Dabei habe er eingeräumt, dass dies wahrscheinlich "einige Schmerzen für Haushalte und Unternehmen" bedeutet.

Zuvor hätten einige Marktteilnehmer die Hoffnung gehegt, dass die Fed ihren re­striktiven Kurs infolge einer sich abkühlenden Wirtschaft revidieren könnte. "Dem erteilte Powell jedoch eine klare Absage", schrieb der Metzler-Analyst Eugen Keller. Nach Ansicht des Währungshüters spreche die Erfahrung der Vergangenheit eindringlich gegen eine verfrühte geldpolitische Locke­rung.

Für wieder steigende Nervosität der Anleger sorgt außerdem der von Russland angekündigte Gas-Stopp. Wegen Wartungsarbeiten soll ab Mittwoch drei Tage lang erneut kein russisches Gas nach Deutschland fließen. Es bleibt die Unsicherheit, ob die zuletzt schon drastisch reduzierten Lieferungen nach dem 2. September wieder aufgenommen werden.

Bei Einzelaktien herrschten im Dax weit verbreitet die roten Vorzeichen, eine positive Ausnahme waren aber die 0,5 Prozent höheren Aktien der VW <DE0007664039>-Konzernholding Porsche SE <DE000PAH0038>. Hier werden bald Neuigkeiten zum Börsengang zur VW-Sportwagentochter Porsche AG erwartet. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Freitag in Berufung auf Kreise berichtet, dieser könnte in der ersten Septemberwoche ankündigt werden. Spekuliert wurde dabei über eine Bewertung von bis zu 85 Milliarden Euro.

Bayer <DE000BAY0017> verbuchten hingegen den zunächst größten Tagesverlust im Dax. Studiendaten zum Medikamentenkandidaten Asundexian wurden bei dem Chemie- und Pharmakonzern kein positiver Kurstreiber, wie das Minus von 2,9 Prozent zeigte. Experten bewerteten die Phase-II-Daten zwar tendenziell leicht positiv, die von manchen offenbar erhofften Freudensprünge gab es aber nicht. Der Bayer-Pharma-Chef Stefan Oelrich hatte zuletzt schon hohe Erwartungen geschürt. Auch Studiendaten zum Nierenmedikament Finerenon brachten kursmäßig keine Entlastung.

Ansonsten kamen größere Verlierer aus zinsempfindlichen Branchen, darunter der wachstumsträchtige Technologiesektor, wie die 2,6 Prozent schwächeren Aktien von Infineon <DE0006231004> zeigten.

Ferner folgten RWE <DE0007037129> mit einem Abschlag von 2,1 Prozent dem europaweit schwachen Umfeld für Energiewerte. Hier kamen wieder Diskussionen über eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne auf. Gerade im kapitalintensiven Wachstumsbereich der Erneuerbaren Energien gelten steigende Zinsen zudem als Hemmschuh.