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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Corona-Sorgen lasten schwer auf dem Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Corona-Krise hat den deutschen Aktienmarkt wieder etwas stärker im Griff. Der Leitindex Dax <DE0008469008> fiel im frühen Handel am Mittwoch um 1,86 Prozent auf 10 617,94 Punkte und entfernte sich damit weiter von der zuletzt erfolglos getesteten Marke von 11 000 Punkten.

Für den MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte ging es um 0,98 Prozent auf 23 587,19 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> büßte 1,4 Prozent ein.

Am Vorabend hatte der prominente US-Immunologe und Regierungsberater Anthony Fauci vor einer übertrieben schnellen Rückkehr zur Normalität gewarnt. "Das könnte wirklich ernste Konsequenzen haben", sagte Fauci in einer Video-Anhörung des Senats. Die Aussagen des Experten hatten am Dienstag bereits der Wall Street einen gehörigen Dämpfer verpasst.

Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie treibt US-Präsident Donald Trump derweil Lockerungen voran. Obendrein ist der Handelsstreit zwischen den USA und China wieder in den Köpfen der Anleger präsent.

"Die Bären kommen auf das Parkett zurück", schrieb Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. "Die Skepsis nimmt wieder zu." Immer mehr Anleger schlössen sich der Meinung an, dass die Kurse zu weit gelaufen seien. Ohne eine V-förmige Erholung der Wirtschaft ist das aktuelle Kursniveau Altmann zufolge nicht zu rechtfertigen.

Im Dax notierten alle Aktien im Minus. Am Index-Ende sackten die Papiere von Wirecard <DE0007472060> um rund fünf Prozent ab. Händler verwiesen darauf, dass nun auch eine Anwaltskanzlei die Trommel gegen den Zahlungsabwickler rührt und Aktionären die Prüfung von Schadenersatzansprüchen in Aussicht stellt. Dabei geht es um die Folgen der Sonderprüfung der Bücher des Konzerns durch die KPMG mit Blick auf schon länger kursierende Bilanzfälschungsvorwürfe. Zentrale Frage blieben dabei unbeantwortet.

Ansonsten standen zur Wochenmitte eine Reihe von Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe mit ihren Geschäftszahlen im Fokus. So war die Commerzbank <DE000CBK1001> angesichts der Furcht vor vielen Kreditausfällen infolge der Corona-Krise im ersten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. Der bekannte Banken-Analyst Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan hob für das erste Quartal zwar die Ertragsstärke der Commerzbank positiv hervor. Das schwierige Wirtschaftsumfeld aber werde die ohnehin niedrige Profitabilität zusätzlich belasten. Die Papiere knickten unter den schwächsten Werten im MDax um knapp vier Prozent ein.

Im Sog dessen verloren die Anteilsscheine des Wettbewerbers Deutsche Bank <DE0005140008> mehr als drei Prozent. Diese treibt derweil ihren durch die Corona-Krise vorübergehend auf Eis gelegten Stellenabbau wieder voran.

Positiv aufgenommen wurden indes die Zahlen von United Internet <DE0005089031>: Der Telekommunikationsanbieter steigerte Umsatz und operatives Ergebnis zum Jahresauftakt wie erwartet. Die Aktien gewannen an der MDax-Spitze mehr als vier Prozent.

United Internet profitierte dabei auch von gut laufenden Service-Geschäften bei der Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch <DE0005545503>. Deren Papiere zogen um rund zwei Prozent an und hatten damit im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> die Nase vorn.