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ROUNDUP 2: Internationale Gemeinschaft berät in Geberkonferenz über Afghanistan

·Lesedauer: 2 Min.

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GENF (dpa-AFX) - Knapp einen Monat nach der Rückkehr der militant-islamistischen Taliban an die Macht in Afghanistan hält die internationale Gemeinschaft am Montag in Genf eine Geberkonferenz ab. Ziel des Treffens unter dem Dach der Vereinten Nationen ist, den Hunger in dem zentralasiatischen Land zu bekämpfen und das öffentliche Leben vor dem Zusammenbruch zu bewahren. UN-Hilfsorganisationen haben einen Finanzbedarf von 606 Millionen Dollar (513 Millionen Euro) bis Dezember angemeldet. Viele Länder sind zu humanitärer Hilfe bereit, wollen daran aber Bedingungen knüpfen.

Zu der Konferenz werden etwa 40 Minister erwartet, darunter der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD). Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres will nach Genf kommen. Viele andere sind nur per Videoschalte dabei. Die Taliban sind in Afghanistan seit Mitte August wieder an der Macht. Die internationalen Truppen haben das Land nach annähernd 20-jährigem Einsatz nahezu vollständig wieder verlassen.

Außenminister Maas sagte vor dem Abflug nach Genf: "Es liegt an uns als internationale Gemeinschaft, jetzt Verantwortung für die Menschen in Afghanistan zu übernehmen und humanitäre Hilfe dort zu leisten, wo sie so dringend benötigt wird. Dies setzt entsprechenden Zugang für die humanitären Organisationen in Afghanistan ebenso voraus wie die Tatsache, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsorganisationen bei ihrer Arbeit nicht Einschüchterung, Willkür und Einschränkungen durch die Taliban fürchten müssen." Klar sei, ein über reine Nothilfe hinausgehendes Engagement in Afghanistan stehe weiter nicht zur Debatte. Allein das Handeln der Taliban werde darüber entscheiden, ob diese Linie in Zukunft angepasst werden könne.

Entwicklungsminister Gerd Müller forderte eine grundlegende Reform der internationalen Nothilfe. "Mit einem UN-Nothilfe- und Krisenfonds von 10 Milliarden Euro könnten wir vorausblickend weltweit Tod durch Hunger und fehlende Medikamente verhindern", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Das System der internationalen Hilfe müsse sich verändern - weg von der Krisenintervention hin zur Krisenprävention. "Es kann nicht sein, dass erst gestorben werden muss. Es gilt, vorsorgend zu investieren." Die internationale Gemeinschaft müsse jetzt schnell handeln und alles tun, um die Grundversorgung der afghanische Bevölkerung aufrecht zu erhalten.

Nach Einschätzung von UN-Behörden steht die Grundversorgung in Afghanistan vor dem Zusammenbruch. Mit humanitärer Hilfe sollen medizinische Leistungen, Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen aufrecht erhalten werden. Zudem sollen Schutzmaßnahmen für Kinder und Frauen, Notunterkünfte für Vertriebene sowie Bildungsprojekte finanziert werden. Außerdem brauchen die Vereinten Nationen Geld für Nahrungsmittelhilfe. Nach UN-Zahlen haben 93 Prozent der Haushalte in Afghanistan nicht genug zu essen.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi warnte am Sonntag, dass ein "Wiederaufflammen der Kämpfe, Menschenrechtsverletzungen oder der Zusammenbruch der Wirtschaft und der sozialen Grundversorgung" viele Afghanen zur Flucht ins Ausland bewegen könnte. Die Nachbarländer, besonders Iran und Pakistan, hätten jedoch bereits Millionen aufgenommen, sagte Grandi dem "Tagesspiegel". Mehr als 3,5 Millionen Menschen seien derzeit innerhalb des Landes auf der Flucht.

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