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ROUNDUP 2/Corona-Folgen: Batteriekonzern Varta senkt Umsatzprognose

·Lesedauer: 3 Min.

(neu: DZ-Bank-Analyst und Kursentwicklung in den letzten beiden Absätzen)

ELLWANGEN (dpa-AFX) - Der Batteriekonzern Varta <DE000A0TGJ55> senkt wegen Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie seinen Jahresausblick. Einige Kunden seien von Verzögerungen bei der Lieferung von Rohstoffen oder Halbleitern betroffen, teilte Varta am Freitag in Ellwangen mit. Einige Abnehmer hätten auch durch lokale Lockdowns in Asien ihre Produktion zeitweise gestoppt. Zudem habe der verzögerte Start neuer Kundenprojekte zuletzt belastet. Vor diesem Hintergrund lägen die Neunmonatszahlen unter den Markterwartungen. Auch für die beiden kommenden Jahre gibt sich der Konzern vorsichtig. Der Aktienkurs brach ein.

Für 2021 rechnet Varta nun nur noch mit einem Umsatzanstieg um 3,5 Prozent auf 900 Millionen Euro. Bisher standen 940 Millionen Euro im Plan. Vom Umsatz sollen weiter rund 30 Prozent als bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) hängen bleiben, was absolut nun rund 275 Millionen Euro entspreche. Mehr Details zum Ausblick dürfte es bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal am 11. November geben.

Varta ist insbesondere stark bei Lithium-Ionen-Knopfzellen für die beliebten kabellosen Kopfhörer, aber auch für Hörgeräte. Allerdings hat der Konzern auch die Haushaltsbatterien mit dem Markennamen Varta seit Anfang 2020 wieder im eigenen Haus. Zudem produziert Varta Wallboxen und andere Energiespeicher. Seit einiger Zeit rechnet sich das Unternehmen auch mit Batteriezellen für Elektroautos Chancen aus.

Mit Blick auf das Geschäft rund um die E-Mobilität will der MDax-Konzern <DE0008467416> nun erst einmal reichlich Geld in die Hand nehmen. "In den Geschäftsjahren 2022 und 2023 bereitet sich das Unternehmen auf eine große Wachstumsoffensive mit der neu entwickelten ultra-hochleistungsfähigen V4Drive-Zelle und dem Einstieg in das E-Mobility-Geschäft vor", hieß es. Hierfür werde viel in die Mitarbeiterqualifikation, die Einstellung neuer Angestellter sowie in neue Produktionsanlagen investiert. Erste Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus diesem Geschäftsfeld würden ab 2024 erwartet.

Vor diesem Hintergrund werde das bereinigte operative Ergebnis in den kommenden beiden Jahren voraussichtlich langsamer wachsen als der Umsatz, hieß es weiter. Beim Umsatz rechnet das Management für 2022 und 2023 mit einem Anstieg um jeweils rund 100 Millionen Euro. Varta könnte im kommenden Jahr also die Umsatzmilliarde knacken. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen für die nächsten zwei Jahre sind allerdings höher.

Ein Händler sieht denn auch den Umsatzausblick als mögliche Belastung für die Aktie. Schließlich habe die Umsatzentwicklung nichts mit den angekündigten Investitionen in das Geschäft mit Batterien für E-Autos zu tun.

Analyst Michael Punzet von der DZ Bank sieht in den Neuigkeiten ebenfalls eine Belastung. Auch wenn tendenziell positive Nachrichten zur V4Drive Zelle möglich erschienen, werde das Anlegervertrauen durch die Prognosesenkung für 2021 sowie die im Vergleich zu den Erwartungen vorsichtigen Aussagen zu 2022 und 2023 nachhaltig belastet. Punzet reduzierte seine Gewinnerwartungen und senkte den fairen Wert für die Aktie von 145 auf 90 Euro. Damit sieht er weitere Kursrisiken und stufte die Papiere von "Kaufen" auf "Verkaufen" ab.

Die Anleger am Aktienmarkt sahen das offenbar ähnlich und zogen die Reißleine. Der Varta-Kurs brach im Tief um fast ein Viertel ein und rutschte dabei sogar unter die Marke von 100 Euro, bevor er sich ein wenig berappelte. Zuletzt waren die Aktien mit minus 15 Prozent bei 110,45 Euro aber immer noch das Schlusslicht im MDax.

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