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ROUNDUP 2: Beiersdorf-Chef De Loecker geht - Vorstand Warnery rückt an Spitze

·Lesedauer: 3 Min.

(neu: Aussagen De Loecker, Warnery, Analysten und Aktienkurs)

HAMBURG (dpa-AFX) - An der Spitze des Top-Managements beim Konsumgüter- und Kosmetikhersteller Beiersdorf <DE0005200000> kommt es zu einem überraschenden Wechsel. Vorstandschef Stefan De Loecker (53) verlässt den Konzern Ende Juni. Bereits zum 1. Mai übernimmt Vorstand Vincent Warnery (52) das Ruder, der derzeit unter anderem für die pharmazeutische Kosmetik wie die Marke Eucerin sowie die Luxuspflegemarke La Prairie zuständig ist.

Beiersdorf sei gut durch die Corona-Krise gekommen, im ersten Quartal habe der Konzern die Wende geschafft, sagte De Loecker am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Die Strategie Care+, die unter anderem das Wachstum im Hautpflegegeschäft ankurbeln und die Digitalisierung beschleunigen soll, greife. "Deswegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Änderung ist", so De Loecker, der betonte, dass es "natürlich meine Entscheidung" gewesen sei. Mit Warnery, der dem Beiersdorf-Vorstand seit Februar 2017 angehört, sei zudem die Kontinuität gesichert. De Loecker führt den Konzern seit 2019.

Auf die Frage, ob es Missstimmigkeiten mit dem Aufsichtsrat über die Ausrichtung gegeben habe, antwortete der Manager, "wir hätten Care+ so nicht machen können, wenn wir die Unterstützung nicht gehabt hätten". Sein Nachfolger Warnery, der an der Ausarbeitung der Strategie mit beteiligt gewesen war, kündigte in der Telefonkonferenz an, diese fortführen zu wollen.

Die Aktie gewann am Vormittag rund 1,5 Prozent. Analystin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan bemerkte, Warnery könne für seine bisherigen Tätigkeiten im Unternehmen in den Bereichen Eucerin und La Prairie Erfolge vorweisen. Pierre Tegner von der Investmentbank Oddo BHF hält durch den Abschied von De Loecker eine strategische Neuausrichtung für möglich.

In den vergangenen Monaten hatte es bereits mehrere Wechsel beim Beiersdorf-Personal gegeben. So wurde Finanzchefin Dessi Temperley Anfang des Jahres durch Astrid Hermann ersetzt. Auch der Abgang von Marketingvorstand Asim Naseer wurde angekündigt. Das "Manager Magazin" hatte zudem zuletzt berichtet, dass auch Warnery kurz vor dem Absprung stehen sollte.

Beiersdorf hatte zuletzt maue Ergebnisse abgeliefert. Im Corona-Jahr 2020 schrumpfte der Umsatz im Vergleich zu 2019 um 8,2 Prozent auf gut sieben Milliarden Euro. Der Konzerngewinn brach um fast ein Fünftel auf 636 Millionen Euro ein.

Auch in diesem Jahr erwartet Beiersdorf keine großen Sprünge. Ein weiteres Investitionsprogramm wird die Profitabilität belasten. Zusätzlich 300 Millionen Euro will Beiersdorf in Digitalisierung, Wachstumsmärkte und Nachhaltigkeit stecken. Bereits 2019 hatte der Konzern mit Care+ ein millionenschweres Paket aufgelegt: 70 bis 80 Millionen jährlich steckt der Nivea-Konzern in seine Hautpflegesparte, um deren Wachstum zu beschleunigen. Dabei sollen neue Produkte und Kategorien, wie etwa die Naturkosmetik, helfen.

Im ersten Quartal 2021 schnitt Beiersdorf dabei besser ab als ursprünglich erwartet. Der Umsatz stieg organisch - ohne Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe - um 6,3 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro, wie Beiersdorf bei der Vorlage der endgültigen Zahlen bestätigte. Dabei profitierten die Hamburger von einem deutlichen Plus bei ihrem Klebstoffgeschäft Tesa. Das Hautpflegegeschäft erzielte ein leichtes organisches Wachstum, auch wegen dem derzeit schwierigen Geschäft bei der Kernmarke Nivea - insbesondere bei der Sonnen- und Lippenpflege, welche durch die Pandemie beeinflusst wird. Bei Beiersdorf trägt das Konsumentengeschäft den Löwenanteil zum Umsatz bei, das Klebstoffgeschäft ist vergleichsweise klein. Das Unternehmen hatte bereits Anfang April vorläufige Zahlen vorgelegt.

Den Ausblick bekräftigten die Hamburger erneut und begründeten dies mit den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Für 2021 erwartet der Konzern ein organisches Umsatzwachstum. Die bereinigte operative Marge (Ebit) dürfte wegen der Investitionen lediglich auf dem Vorjahresniveau von 12,9 Prozent liegen.

Beiersdorf war im März nach gut zwölf Jahren aus dem Deutschen Aktienindex Dax abgestiegen und musste für Siemens Energy Platz machen in der ersten deutschen Börsenliga.