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Rossmann-Chef: Mehrwertsteuersenkung nur für betroffene Branchen

BURGWEDEL (dpa-AFX) - Die befristete Mehrwertsteuersenkung sollte aus Sicht des Junior-Chefs der Drogeriemarktkette Rossmann nur für wirklich betroffene Branchen gelten. Von der jetzt beschlossenen Steuersenkung werde kein wirklicher Impuls ausgehen, sagte Raoul Rossmann dem "Handelsblatt". Die drei Prozentpunkte lockten seiner Ansicht nach keine zusätzlichen Kunden in die Stadt.

Die schwarz-rote Koalition hat beschlossen, zur Ankurbelung der Konjunktur in der Corona-Krise den Mehrwertsteuersatz ab 1. Juli bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent zu reduzieren. Der ermäßigte Satz soll von sieben auf fünf Prozent sinken. Die Maßnahme ist Teil eines 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpakets.

"Die Steuersenkung fördert nach dem Gießkannenprinzip, statt die Unternehmen zu stützen, die wirklich in Not sind", sagte Rossmann. Sinnvoller wäre eine stärkere Mehrwertsteuersenkung für wirklich betroffene Branchen. Der Onlinehandel müsste dabei generell ausgeklammert werden. "Wir brauchen jetzt nach der Beendigung des Lockdowns einen fairen Wettbewerbsvorteil für den stationären Handel." Das sei ein Beitrag zur Förderung der Innenstädte. Rossmann profitiere von einer vollen Innenstadt mehr als von der Mehrwertsteuersenkung, sagte Rossmann.