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RKI-Chef Wieler besorgt über aktuelle Lage: „Möglich, dass wir am Tag 10.000 Fälle sehen werden“

·Lesedauer: 3 Min.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt auch in Deutschland deutlich an. Doch laut Minister Spahn ist es noch nicht zu spät, ein exponentielles Wachstum wie in anderen Ländern zu verhindern.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist sprunghaft angestiegen. Nach 2828 Fällen am Mittwoch meldete das Robert Koch-Institut (RKI) an diesem Donnerstag 4058 nachgewiesene Neuinfektionen. Auf einer Pressekonferenz zeigten sich sowohl RKI-Präsident Lothar Wieler als auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußert besorgt über den rapiden Anstieg.

Die Zahl der Patienten, die sich in Intensivbehandlung befinden, hat sich Wieler zufolge in den vergangenen vier Wochen auf 470 verdoppelt. Zwar sei diese Zahl vergleichsweise niedrig, dennoch bereite ihm diese Entwicklung Sorge, zumal sich auch viele Ältere mit dem Virus ansteckten.

Derzeit könne man nicht ausschließen, dass die Zahl der täglichen neue Fälle in der Bundesrepublik auf mehr als 10.000 steige, mahnte Wieler. Noch ist es laut Spahn aber nicht zu spät, eine exponentielle Entwicklung der Fallzahlen abzuwenden: Es gelte nun, zu verhindern, zu einem Moment zu kommen, „wo wir die Kontrolle verlieren“, sagte der Minister. „Da sind wir noch nicht.“

Es komme weiterhin auf Abstand, Hygieneregeln und Masken an – nun in der kalten Jahreszeit ergänzt um Lüften und ein möglichst breites Nutzen der Corona-Warn-App. „Es liegt an uns allen, ob wir es schaffen“, sagte Spahn. „Wenn 80 Millionen mitmachen, sinken die Chancen des Virus gewaltig.“ Diese Pandemie sei auch „ein Charaktertest für uns als Gesellschaft“, der nur gemeinsam zu bestehen sei.

Für den Herbst und Winter ist Deutschland laut Spahn und Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, gut gerüstet. Derzeit seien 8500 Betten für Intensivpatienten frei, so Gassen. Das seien mehr als die Gesamtkapazität von Italien und Spanien. Zudem gebe es eine Notfallreserve von etwa 12.000 Betten, die eingesetzt werden könnten.

Susanne Herold, Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, warnte, dass die Zahl der in Klinken behandelten Patienten in nächster Zeit deutlich steigen könne. Man bereite sich „auf eine neue Welle bei der Aufnahme von Schwererkrankten“ vor. Möglicherweise müssten dann nicht nur mehr Räume für Corona-Behandlungen vorgehalten werden, sondern auch die Behandlung von Patienten mit anderen Erkrankungen wieder verschoben werden.

Auch wenn die Lage in Deutschland derzeit kritisch ist, erteilte Spahn einem möglichen zweiten flächendeckenden Lockdown eine Absage. Der CDU-Politiker gab während der Veranstaltung zu bedenken, dass meist nicht der Friseurbesuch oder der Einkauf im Supermarkt der Grund für einen lokalen Ausbruch sei, sondern andere Aktivitäten: vor allem Feiern.

Dafür zeigte der Minister wenig Verständnis: Da sei möglicherweise jemand, oder zwei oder drei in dem Raum, die nicht wissen, dass sie das Virus haben und verbreiten. „Muss die Hochzeitsfeier mit 200, 300 Gästen mitten in dieser Jahrhundertpandemie jetzt sein? Das kann ich mich als Veranstalter fragen, als Einlader, und ich kann mich das als Eingeladener fragen“, sagte Spahn.

Auf die Frage eines Journalisten, ob mit weiteren Einschränkungen zu rechnen sei, erwiderte der Minister, dass die Menschen es selbst in der Hand hätten. Dass die Infektionsgefahr auf engem Raum besonders hoch sei, müsse mittlerweile jedem bewusst sein, sagte Spahn und appellierte damit indirekt an die Menschen, auf private Feiern zu verzichten.

Mit Agenturmaterial.

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