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Ritter-Sport-Eigentümer über das Scheitern seiner Bio-Schokolade: "Damit kann ich der Firma nicht noch mal kommen"

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 2 Min.

Alfred Theodor Ritter scheiterte mit seiner Bio-Strategie beim Konzern. Die Schuld dafür gibt er auch den Kunden.

Ritter-Sport-Eigentümer Alfred Theodor Ritter.
Ritter-Sport-Eigentümer Alfred Theodor Ritter.

"Quadratisch, praktisch, gut" — jedes Kind und jeder Erwachsene kennt den Werbeslogan, der unweigerlich mit der Schokoladenmarke Ritter Sport verbunden ist. Doch der Marktanteil der rechteckigen Schokolade stagniert, im vergangenen Jahr sank der Umsatz zum zweiten Mal in Folge auf 470 Millionen Euro. Ritter-Sport-Eigentümer Alfred Theodor Ritter sucht die Schuld dafür auch bei den Kunden.

Ritter ist Enkel des Unternehmensgründers Alfred aus Cannstatt. Nach dem Aufbau einer eigenen Solarfirma kehrte er zum Familienbetrieb zurück und leitete das Unternehmen von 2005 bis 2014. Seit sechs Jahren ist er nun Vorsitzender des Beirats.

Während der Corona-Pandemie ist unter den Deutschen der Schokoladenkonsum gestiegen. Ritter Sport konnte keine Vorteile daraus ziehen und stagniert weiterhin am Markt. Doch Ritter warnt im Gespräch mit dem "Spiegel": "Langfristig gesehen schrumpft der Schokoladenkonsum in Deutschland."

Die Marke habe es sich zum Ziel gesetzt, nicht auf Quantität, sondern Qualität zu setzen, sagt er. Trotzdem werden viele Ritter-Sport-Produkte erst durch Rabatte in den Läden verkauft. "Und das ist natürlich zu unserem Nachteil — gute Produkte sollten einen gewissen Preis haben. Der Handel aber macht gern Werbung mit Billigpreisen, nicht mit Qualität. Viele versuchen, uns bei jeder Verhandlung zu drücken", erklärt der 68-Jährige im "Spiegel".

"Das Bio-Projekt ist gescheitert"

Um neue Märkte zu erschließen, erweiterte der Konzern für einige Zeit sein Sortiment um Bio-Schokoladen. Wer sich heute jedoch im Supermarkt umschaut, wird auf der Suche nach Öko-Produkten bei Ritter Sport nicht fündig werden. Das Projekt scheiterte. Ritter sucht bei den Kunden die Schuld: "Die Leute haben einfach gesagt: Bio ist teuer, schmeckt nicht, ist was für Menschen mit kratzigen Pullis und Birkenstock-Sandalen."

Dabei liegt Bio und nachhaltige Ernährung voll im Trend. Der Plan des Ritter-Sport-Eigentümers war es, nach und nach den Konzern umzubauen, bis nur noch Bio-Produkte herstellt werden sollten. Doch Ritter scheiterte mit seinem Unterfangen und sieht sich nun gezwungen, einen anderen Kurs einzuschlagen. "Damit kann ich der Firma nicht noch mal kommen", sagt er dem "Spiegel".

Stattdessen setzt die Firma nun weiter auf Palmöl als Zutat und Plastikverpackungen. Öko geht anders. Ritter betont jedoch, den richtigen Weg zwischen Ökologie und Ökonomie zu finden. "Die Fabrik hier unten (In Waldenbuch) versorgt sich zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien. Unsere Verpackungen kann man bald im Papiermüll entsorgen, was nicht trivial ist."

kh

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