Werbung
Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    18.171,93
    -182,83 (-1,00%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.827,24
    -42,88 (-0,88%)
     
  • Dow Jones 30

    40.287,53
    -377,49 (-0,93%)
     
  • Gold

    2.402,80
    -53,60 (-2,18%)
     
  • EUR/USD

    1,0886
    -0,0014 (-0,13%)
     
  • Bitcoin EUR

    61.191,95
    +2.277,16 (+3,87%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.377,95
    +47,05 (+3,53%)
     
  • Öl (Brent)

    80,25
    -2,57 (-3,10%)
     
  • MDAX

    25.343,43
    -244,01 (-0,95%)
     
  • TecDAX

    3.284,55
    -61,10 (-1,83%)
     
  • SDAX

    14.357,57
    -147,43 (-1,02%)
     
  • Nikkei 225

    40.063,79
    -62,56 (-0,16%)
     
  • FTSE 100

    8.155,72
    -49,17 (-0,60%)
     
  • CAC 40

    7.534,52
    -52,03 (-0,69%)
     
  • Nasdaq Compositive

    17.726,94
    -144,28 (-0,81%)
     

„Rezession? Falscher Alarm“: Die Wirtschaft der USA steht besser da, als viele denken, sagt Nobelpreis-Ökonom Paul Krugman

Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman ist für die Wirtschaft der USA optimistischer als andere Experten. - Copyright: Ricardo Rubio/Europa Press via Getty Images
Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman ist für die Wirtschaft der USA optimistischer als andere Experten. - Copyright: Ricardo Rubio/Europa Press via Getty Images

In den USA sorgen sich viele Verbraucher, Arbeitnehmer, aber auch Wirtschaftsexperten, dass das Land in eine Rezession rutscht. Eine Flaute in der größten Volkswirtschaft der Welt würde auch Europa und damit Deutschland treffen. Doch der Wirtschaft in den USA gehe es viel besser, als die meisten Menschen denken, entgegnet der US-Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman.

In einem Gastbeitrag für die New York Times stellt Krugman den verbreiteten Pessimismus in Bezug auf die US-Wirtschaft wichtigen Zahlen, Daten und Indikatoren gegenüber, die auf eine gesunde Wirtschaft hindeuten.

Laut einer jüngsten Umfrage gehen in den USA 93 Prozent der Unternehmenschefs davon aus, dass die Wirtschaft in den nächsten 18 Monaten in eine Rezession abgleiten wird. Krugman weist dagegen darauf hin, dass der Arbeitsmarkt in den USA so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr ist. In den USA seien seit Dezember 2021 aller Krisen zum Trotz sechs Millionen neue Arbeitsplätze entstanden. Die Arbeitslosenquote ist auf den niedrigsten Stand seit den 1960er Jahren gesunken, während die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz einen Höchststand erreicht habe,

Den USA droht die Zahlungsunfähigkeit – denn im Streit um die Schuldengrenze sind die Fronten verhärtet.
Den USA droht die Zahlungsunfähigkeit – denn im Streit um die Schuldengrenze sind die Fronten verhärtet.

Positiv bewertet der Ökonom auch die Entwicklung bei der Inflation, die 2022 eine der größten Sorgen der Amerikaner war. Seit dem Höchststand von 9,1 Prozent im Sommer 2022 haben sich die Inflation aber deutlich abgekühlt. Im April sank die Inflationsrate in den USA auf 4,9 Prozent, und damit auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren.

Rezession in den USA: Woher kommt diese Angst?

„Die Frage ist, warum die Öffentlichkeit so negativ über die Wirtschaft denkt wie sonst nur bei schweren Wirtschaftsabschwüngen, obwohl die Rezessionsmeldungen eindeutig ein falscher Alarm waren und die Wirtschaft in Wirklichkeit bemerkenswert stark ist“, schreibt Krugman.

WERBUNG

Im vergangenen Jahr war die US-Wirtschaft bereits einmal in eine technische Rezession abgerutscht. Das heißt, dass das Bruttoinlandsprodukt in zwei Quartalen hintereinander zurückging. Offizielle Rezessionen werden jedoch vom National Bureau of Economic Research ausgerufen. Die Behörde stellt anhand unterschiedlicher Daten fest, ob sich die USA wirklich in einer Rezession befinden. Bislang deuten diese anderen Indikatoren darauf hin, dass dies nicht der Fall ist, so Krugman.

Den Grund für die düstere Stimmung hinsichtlich der US-Wirtschaft sieht er in einem psychologischen Effekt. Viele Amerikaner gingen davon aus, dass andere mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, obwohl es ihnen selbst in den allermeisten Fällen wirtschaftlich gut gehe. Auch viele Berichte in Medien über die Gefahr einer künftigen Rezession könnten zu einer negativen Voreingenommenheit führen.

„Während viele Amerikaner in Umfragen sagen, dass die Dinge schrecklich sind, haben sie für sich eher positiven Einschätzung“, meint Krugman. Dies sage viel darüber aus, wie Menschen in Umfragen reagieren und woher sie ihre Informationen beziehen.

Doch auch andere Ökonomen in den USA halten einen Abschwung in diesem Jahr noch für möglich, auch weil die US-Notenbank die Fed signalisiert, dass sie die Zinsen hochhalten wird. Die Ökonomen der Bank of America halten es für möglich, dass ein Abschwung bereits in diesem Quartal beginnt. Sie legen dazu Anleihemarktindikator zugrunde, der die Rezessionen von 1990, 2001 und 2008 richtig voraussagte.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Business Insider in den USA unter dem Titel: Here's why the US economy is in much better shape than people think, according to top economist Paul Krugman. Das Original lest ihr hier.

Der Höhepunkt der Inflationswelle ist vorüber. Die Inflationsrate geht zurück. Aber werden die Preise auch sinken?
Der Höhepunkt der Inflationswelle ist vorüber. Die Inflationsrate geht zurück. Aber werden die Preise auch sinken?