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„Ich weiß, dass viele Bauern hart arbeiten und wenig verdienen“

Rewe-Chef Souque sieht keine ‚Dumpingpreise‘ im Handel. Im Interview mit der WirtschaftsWoche erläutert er, warum es keinen Grund gibt, sich um Lebensmittelhersteller zu sorgen.

Rewe-Chef Souque sieht keinen Grund, sich um Lebensmittehersteller zu sorgen Foto: dpa

In der Debatte um Lebensmittelpreise in Deutschland sieht Rewe-Chef Lionel Souque den Handel zu unrecht an den Pranger gestellt. „Ich weiß, dass viele Bauern hart arbeiten und wenig verdienen“, sagte Souque im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Aber den Handel an den Pranger zu stellen, ist sachlich falsch.“ In Deutschland sei das Preisniveau im Lebensmittelhandel zwar durch die starke Stellung der Discounter niedrig, „aber ich sehe keine „Dumpingpreise‘“, so Souque. Auch Aktionsangebote würden in Deutschland eine viel geringere Rolle als in anderen Ländern spielen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Supermarkt- und Discountketten Anfang Februar bei einem Spitzengespräch zu einem fairen Umgang mit Bauern und Lieferanten aufgerufen. Zuvor hatte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) Dumpingpreise und die Verhandlungsmacht der großen Handelskonzerne kritisiert.

Rewe-Chef Souque verwies im Gespräch mit der WirtschaftsWoche dagegen auf die Stärke der großen Lebensmittelhersteller bei Preisverhandlungen. „Insgesamt arbeiten wir bei Rewe mit rund 5000 Lieferanten zusammen, aber mit den 50 größten erwirtschaften wir rund 40 Prozent unseres Umsatzes“, sagte Souque.

„Einige dieser Hersteller erzielen Umsatzrenditen von 20 Prozent. Davon können wir als Händler nur träumen, wir haben eine Umsatzrendite zwischen ein und zwei Prozent vor Steuern.“ Es bestehe daher „kein Grund, sich um die Lebensmittelhersteller zu sorgen“. Dass es zwischen Handel und Industrie mitunter zu Streit um die Konditionen komme, sei „nichts Neues“, so Souque. „Solche Auseinandersetzungen resultieren oft aus überzogenen Forderungen der Hersteller.“

Das vollständige Interview mit Rewe-Chef Lionel Souque lesen Sie hier.