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Renten am Morgen: Kein Halten für Peripherienachfrage absehbar

Dirk Gojny
·Lesedauer: 5 Min.

(Bloomberg) -- Erneut haben die Kurse der Staatsanleihen aus der Peripherie am Freitag teils kräftig zulegen können. Besonders gesucht waren die italienischen Papiere. Ihr Renditevorsprung macht sie weiterhin sehr attraktiv für die Anleger.

Die allseits bekannten Risiken durch die Ausweitung der Verschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt sowie die hohen Haushaltsdefizite verschrecken die Anleger zurzeit nicht. Zudem erwies sich die politische Lage als stabil. Inzwischen schicken sich auch die 5-jährigen BTPs an, an der Nullrenditelinie zu kratzen. Mit einer aktuellen Renditen von 0,1% ist der Weg nicht mehr weit.

Mit deutlichem Abstand auf die BTPs folgten die spanischen Staatsanleihen. Aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Probleme im Land hinkten sie der Bewegung der italienischen Staatsanleihen deutlich hinterher.

Mit den Ausweitungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Virusinfektion nehmen die ökonomischen Risiken für das Land zu. Außerdem steht der Minderheitsregierung mit der Verabschiedung des Haushalts noch eine erhebliche Bewährungsprobe bevor.

Am Freitagabend änderte Fitch den Ausblick auf das Rating von Lettland von negativ auf stabil. Größere Auswirkungen auf die Renditen dürfte diese Änderung nicht haben. Sie machte jedoch deutlich, dass trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie Verbesserungen der Bonitätseinschätzungen möglich sind.

Mit Blick auf die Renditeentwicklung insbesondere der Staatsanleihen aus der Peripherie dürfte ein Eingreifen der Europäischen Notenbank in den Bondhandel in der abgelaufenen Berichtswoche kaum notwendig gewesen sein. Die Renditen gingen zurück. Die Spreads gegen die Kernländern verringerten sich. Der Kredittransmissions-Mechanismus dürfte entsprechend nicht behindert worden sein. Die EZB könnte sich mit Anleihekäufen zurückgehalten haben, um das Ankaufvolumen zu schonen.

Die Staatsanleihen aus den Kernländern des Euroraums dürften trotz der steigenden US-und europäischen Aktienfutures mit Kursgewinnen in den Tag starten. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Pandemiewelle in Europa werden die Investoren sehr vorsichtig agieren lassen. Unterstützung erfuhren die Bondnotierungen im frühen asiatischen Handel durch einen zulegenden Treasury-Future. Aufgrund des Feiertags in den USA ruht der Bondhandel.

Der Tag mit Bloomberg: Brexit-Deal, US-Deal kommen nicht voran

Zudem bewegt sich hinsichtlich des US-Konjunkturpakets, auf dessen Verabschiedung vor der Wahl augenscheinlich noch viele Anleger zu setzen scheinen, kaum etwas. Trotz des auf 1,8 Billionen Dollar nachgebesserten Angebots der Republikaner liegen die Parteien in zahlreichen Details weit auseinander. In den republikanischen Reihen gibt es erheblichen Widerstand gegen so hohe zusätzliche Ausgaben.

Je näher der Wahltermin rückt, desto unwahrscheinlicher wird eine Einigung. Trotz der Appelle der US-Notenbanker an die Politik, mehr Geld zur Stützung der Wirtschaft bereit zu stellen, ist eine Einigung inzwischen wenig wahrscheinlich.

Die Bonds aus der Euro-Peripherie dürften ihre Kursgewinne trotz der guten Performance in den vergangenen Tagen noch weiter ausbauen können. Rendite bleibt gesucht. Und solange die Einführung des Aufbaufonds nicht ins Wackeln kommt und die Phantasie durch die europäischen Notenbanker aufrecht erhalten wird, dass die Geldpolitik erneut gelockert werden kann, dürften die Anleihekurse der Peripherie gut gestützt sein.

Allerdings wächst gerade mit Blick auf die jüngst erreichten Renditetiefstände bei BTPs das Risiko von Gewinnmitnahmen.

Konjunkturdaten

Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum, die den Staatsanleiherenditen eine Richtung oder Orientierung geben könnten, stehen am Montag nicht an. Es beginnt allerdings die Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank.

Außerdem äußern sich wieder zahlreiche europäische Notenbankvertreter. Am Wochenende gab es bereits zahlreiche Stimmen, die die Notwendigkeit zusätzlicher geldpolitischer Lockerungsschritte betonten.

Mit Isabel Schnabel, Luis de Guindos, Fabio Panetta und der EZB-Präsidentin Christine Lagarde werden immerhin vier Direktoriumsmitglieder der EZB öffentliche Auftritte absolvieren. Dazu kommen am Vormittag noch Aussagen des französischen Notenbankchefs Francois Villeroy de Galhau.

Die Investoren dürften sich neue Erkenntnis darüber erhoffen, wie die Notenbanker die wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Pandemiewelle einschätzen und ob aufgrund der schwachen Inflationsentwicklung alsbald eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Ausweitung des Volumens der Anleihekäufe zu erwarten ist.

Zusätzlich ist von Interesse, ob die europäischen Notenbanker die Politik dazu auffordern werden, zur Bekämpfung der ökonomischen Schwäche im Euroraum zusätzlich fiskalpolitisch aktiv zu werden. Letztlich stände die EZB trotz Ausweitung der Verschuldung bereit, die Renditeniveaus und Spreads niedrig zu halten.

Primärmarkt

Durch umfangreiche Fälligkeiten aus Deutschland mit der Rückzahlung einer Bundesobligation mit einem Volumen von 19,1 Milliarden Euro sowie einer Rückzahlung einer italienischen Staatsanleihen in einem Umfang von rund 15,3 Milliarden Euro sind die Platzierungen am Kapitalmarkt in der laufende Woche sehr gut unterstützt.

Am Kapitalmarkt wird sich Litauen mit der Aufstockung einer bis August 2029 laufende Anleihe zeigen. Das Emissionsvolumen dürfte im Bereich von 20 bis 30 Millionen Euro liegen. Darauf deuten jedenfalls die bisherigen Aufstockungen hin. Das wird von den Investoren problemlos zu verkraften sein.

Am Geldmarkt werden Deutschland und Frankreich aktiv. Die deutsche Finanzagentur wird 3 Milliarden Euro mit Kurzläufern mit Laufzeiten von rund drei und rund zehn Monaten einwerben. Frankreich wird mit drei Schätzen mit Laufzeiten zwischen drei und zwölf Monaten bis zu 6,3 Milliarden Euro am Geldmarkt platzieren. Dem stehen Fälligkeiten aus Frankreich mit einem Volumen von rund 7,2 Milliarden Euro gegenüber. Die Geldmarktpapiere dürften insgesamt problemlos absorbiert werden.

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