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Regierung könnte ab Juni die Impfreihenfolge aufheben — was das für das öffentliche Leben bedeutet

Lars Petersen
·Lesedauer: 2 Min.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag im Bundesrat.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag im Bundesrat.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass die strenge Impfreihenfolge ab Juni aufgehoben werden kann. Das sagte Spahn am Donnerstag im Bundesrat. Die Aufhebung würde bedeuten: Ab Juni wäre der vorhandene Impfstoff in Deutschland für alle freigegeben und jeder, der will, kann sich dann um einen Impftermin bemühen.

Heißt das, dass ab Juni dann auch die Corona-Einschränkungen und der Lockdown enden? Öffnen dann Schule, Büros und Geschäfte wieder? Essengehen, Sport, Urlaub – wird dann wieder möglich?

Die kurze Antwort: Nein. Die lange Antwort: Es kommt darauf an.

Zunächst muss dritte Welle gebrochen werden: Impfungen, das zeigt die Erfahrung von Ländern, die eine deutlich höhere Impfquote als Deutschland haben, helfen nicht, um Infektionswellen zu brechen. Obwohl bereits jeder vierte US-Amerikaner voll geimpft ist, lag die Inzidenz am 22. April bei 133. Daher mahnen viele Experten und Politiker, jetzt erstmal die dritte Welle zu brechen, um dann mit Testungen und Impfungen wieder dauerhaft mehr Freiheiten zu haben.

Zuverlässige Impfstoff-Lieferungen: Bislang hat bereits jeder fünfte Deutsche mindestens eine Spritze erhalten, 6,9 Prozent sind durch die zweite Dosis voll geschützt. Bis Ende Juni rechnet die Bundesregierung mit wöchentlich zwischen 3,9 und sechs Millionen Impfstoffdosen der verschiedenen Hersteller. Mit der bis Anfang Juni erwarteten Menge könnten nochmals 28 Millionen Menschen eine Erstimpfung bzw. 14 Millionen Erst- und Zweitimpfung erhalten. Spätestens dann wären in den Ländern auch fast alle Risikogruppen bereits geimpft.

Dauerhafte Wirksamkeit der Impfung sicherstellen: Wer eine Erst- und Zweitimpfung erhalten ist, ist gut vor einer Ansteckung geschützt. Doch noch ist nicht ganz klar, wie lange der Impfschutz aktuell hält. Neue Daten zeigen, dass bei einer Impfung etwa mit Biontech der Schutz gut ein halbes Jahr anhält. Daher arbeitet das Unternehmen bereits an der Möglichkeit von Boostern, also Impf-Auffrischungen.

Impfquote in der Gesellschaft von 70 bis 80 Prozent: Damit die Gesellschaft insgesamt gut geschützt ist, müssen 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung voll geimpft sein. Aktuell hat jeder fünfte Deutsche eine Erstimpfung bekommen, knapp 6,9 Prozent eine Erst- und Zweitimpfung. Im Klartext: Es braucht noch deutlich mehr Impfungen für eine Herdenimmunität.

Unabhängig davon, ob die Voraussetzungen erfüllt werden, arbeiten Bund und Länder hinter den Kulissen bereits an weiteren Perspektiven für Geimpfte. So soll es unter anderem beim geplanten Impfgipfel am Monta auch darum gehen, ob und wann beispielsweise Restaurants und Hotels wieder für Geimpfte geöffnet werden sollten. Auch Ausnahmen bei Ausgangssperren sind im Gespräch.