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Razzia bei mutmaßlichen Juicy-Fields-Betrügern: War die Cannabis-Plattform nur ein Schneeball-System?

Viele verschiedene Hanfpflanzen (Symbolfoto).  - Copyright: Bildnachweis picture alliance / ZUMAPRESS.com | Deleigh Hermes
Viele verschiedene Hanfpflanzen (Symbolfoto). - Copyright: Bildnachweis picture alliance / ZUMAPRESS.com | Deleigh Hermes

Am Dienstag durchsuchte das Landeskriminalamt Berlin im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Wohnungen und die Geschäftsräume der zwölf mutmaßlichen Betrüger im Juicy-Fields-Skandal. „Zahlreiche Unterlagen konnten sichergestellt werden“, heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

Das Geschäft der Cannabis-Crowdinvestingplattform Juicy Fields funktionierte bislang so: Es wurde Kleinanlegern versprochen, sie mit Cannabisproduzenten zusammenzubringen, angeblich um den Anbau der Pflanzen zu finanzieren. Nach gut drei Monaten sollten die Pflanzen geerntet und verkauft werden. Das Unternehmen versprach den Nutzern, sie an dem Gewinn mit Zinsen von bis zu 66 Prozent zu beteiligen. Ein Gewinnversprechen, zu schön, um wahr zu sein?

Die Staatsanwaltschaft will nun ermitteln, ob die erworbenen Pflanzen „tatsächlich existieren“

Mittlerweile sind die Konten der Kleinanleger auf der Plattform gesperrt, die Crowd-Investoren fürchten um ihr Geld, die Gründer sollen untergetaucht sein und auch die Finanzaufsicht Bafin hat das Geschäft in Deutschland verboten.

Die Staatsanwaltschaft will nun ermitteln, ob die erworbenen Pflanzen „tatsächlich existieren oder ob möglicherweise Anlegerinnen und Anleger im Rahmen eines sogenannten Schneeballsystems betrogen wurden“, wie es in der Mitteilung heißt.

Die älteren Forderungen wären dann direkt aus neu eingenommenem Geld beglichen worden, ohne dass es tatsächlich zu der Geldanlage gekommen wäre, so die Staatsanwaltschaft. Gegen vier Gesellschaften wurden Vermögenswerte vorläufig über jeweils rund 2,6 Millionen Euro eingefroren. Die Ermittlungen dauern an.

lg