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Razzia in Frankfurter BNY-Mellon-Büro wegen Cum-Ex-Ermittlungen

(Bloomberg) -- Die Staatsanwaltschaft Köln durchsucht die Frankfurter Büros der Bank of New York Mellon im Rahmen ihrer umfangreichen Ermittlungen im Cum-Ex-Skandal, in den immer mehr große Wall-Street-Banken hineingezogen werden.

BNY Mellon bestätigte am Dienstag, die Frankfurter Niederlassung sei Ziel einer Razzia. Die Bank kooperieren weiterhin mit den Behörden in der anhängigen Ermittlung, bei der es um eine ererbte Steuerangelegenheit gehe. Das Kundengeschäft sei nicht beeinträchtigt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln teilte mit, zwei Banken würden durchsucht, er nannte jedoch keine Namen. Auch Wohnungen von Mitarbeitern, gegen die ermittelt werde, würden gefilzt.

Mehr als 120 Beamte seien im Einsatz, darunter Steuerfahnder aus drei Bundesländern. Die Ermittler interessierten sich auch für Geschäfte, die ähnlich wie Cum-Ex aufgezogen wurden, so der Sprecher.

Die Cum-Ex-Handelsstrategie (lateinisch für “Mit-Ohne”) nutzte Schwächen in der Dividendenbesteuerung aus, um sich diese Abgabe mehrfach erstatten zu lassen. Deutschland schob der Praxis 2012 einen Riegel vor. Den Steuerzahlern sind im Laufe der Jahre durch Cum-Ex geschätzt mehr als 10 Milliarden Euro Kosten entstanden.

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Eine zweite Durchsuchung betraf die Bank Oddo BHF SE, die die Durchsuchung ebenfalls bestätigte. Man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, hieß es dort.

“Die Vorgänge liegen weit vor der Übernahme der BHF BANK durch Oddo & Cie. in 2016, und beziehen sich insbesondere auf eine damalige Tochtergesellschaft der BHF Bank, die im Dezember 2008 zu 94,9% und im März 2010 vollständig veräußert wurde”, erklärte die Bank.

Obwohl die Wurzeln des Cum-Ex-Skandals schon mehr als ein Jahrzehnt zurückliegen, erschüttert er weiterhin die Finanzbranche. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehr als 1.500 Personen und hat zuletzt den Druck auf internationale Banken erhöht.

Neben Morgan Stanley und JPMorgan Chase & Co. wurden in den letzten Monaten auch die Niederlassungen von Merrill Lynch ins Visier genommen. Auch das Frankfurter Büro von Barclays Plc. wurde gefilzt.

Der deutsche Fiskus fordert von BNY Mellon rund 150 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften zurück, wie die Bank im Februar 2021 mitgeteilt hatte. Einen kleineren Betrag hat BNY im September laut einem Bericht des Handelsblatts an das Bundeszentralamt für Steuern gezahlt.

Überschrift des Artikels im Original:BNY Mellon’s Frankfurt Offices Raided in German Cum-Ex Probe

(Neu: Oddo auch durchsucht, mehr zu BNY)

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