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Quereinsteiger aufgepasst: Für diese Jobs lohnt sich ein Karrierewechsel

Judith Schallenberg-Kappius
·Lesedauer: 3 Min.

Noch legt die Pandemie Teile der Wirtschaft lahm. Bis hier wieder das Niveau von 2019 erreicht wird, vergeht wohl noch viel Zeit. Der Lockdown lähmt die Wirtschaft besonders in Dienstleistungsbereichen noch immer. Dazu trägt auch die bundesweite Notbremse bei.

Was wirkt wie eine von außen verordnete Schonfrist, beschleunigt Prozesse, die ihre Wirkung zeitverzögert entfalten: etwa die Digitalisierung von Arbeitsplätzen und die berufliche Umorientierung. Schon jetzt stellen immer mehr Menschen ihre Arbeit infrage, wie eine Befragung der Stellenbörse Stepstone ergab, die wie Business Insider zu Axel Springer gehört. Außerdem steigt die Wissbegierde: 21 Prozent der von Stepstone Befragten gaben an, ihren Beruf nur bis zur Rente beibehalten zu können, wenn sie sich laufend weiterbilden.

Das sind gute Voraussetzungen, um am Arbeitsmarkt zu bestehen: Schließlich müssen sich durch die Digitalisierung nach einer Schätzung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 40 bis 50 Prozent aller Beschäftigten bis 2030 in einem digitalen Jobprofil neu qualifizieren. Im IT-Sektor selbst fehlen bis 2030 mehr als eine Million Fachkräfte, ermittelte eine Studie des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) im März.

Quereinstieg: Viele Deutsche sind bereit, beruflich umzusatteln

Jetzt haben die Analysten von BCG und der Stellenbörse Stepstone die Bereitschaft zu Berufswechsel und Weiterbildung bei Beschäftigten in 190 Ländern genauer untersucht. Ihre Studie „Decoding Global Reskilling and Career Shifts“ erfasste für Deutschland Daten von 9.000 Beschäftigten aus 15 Branchen. Die Ergebnisse belegen: Wer im Arbeitsleben zu Umwegen und Extrameilen bereit ist, kann nur gewinnen.

Weiterbildung ist demnach gefragt: Der Studie zufolge sind 69 Prozent der deutschen Beschäftigten bereit, sich privat fortzubilden. Global sind es 62 Prozent. Die sich wandelnde Berufswelt honoriert den Willen, Neues zu wagen. Etwa eine Umschulung: Dazu ist laut der Studie jeder zweite Beschäftigte bereit.

Auch die Bereitschaft, beruflich umzusatteln, ist hoch. Das Wagnis Quereinstieg lohnt sich der Studie zufolge vor allem für Angestellte aus den Berufsfeldern Einkauf und Logistik, Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung und Marketing. Sie zeigen die größte Offenheit gegenüber einem Umstieg in den attraktiven Bereich Automatisierung von Geschäftsprozessen. Attraktiv für Wechselwillige sind zudem die Bereiche IT, Beratung und Personalwesen.

Die Wechselbereitschaft deutscher Beschäftigter nach Qualifikation und Alter (Studie: BCG/Stepstone)
Die Wechselbereitschaft deutscher Beschäftigter nach Qualifikation und Alter (Studie: BCG/Stepstone)

Wie die Befragung ergab, neigen Beschäftigte am ehesten zu einem Umstieg in Berufsfelder, die den eigenen hinsichtlich der dafür notwendigen Skills und Anforderungen ähneln: So zeigen etwa Menschen, die im Bereich Einkauf und Logistik in der Automatisierung arbeiten, am ehesten eine Bereitschaft zum Wechsel in die Berufsfelder Beratung sowie IT und Technologie.

Bereitschaft zum Berufswechsel deutscher Angestellter (nach Branchen) laut Studie
Bereitschaft zum Berufswechsel deutscher Angestellter (nach Branchen) laut Studie

Wer beratend in Gesundheit und Pharmaindustrie tätig ist, neigt zu einem Umstieg in die Berufsfelder Wissenschaft und Forschung und in soziale Berufe. Menschen, die in künstlerischen Berufen arbeiten, etwa in Kommunikationsjobs, zeigen einen Hang zum Wechsel in die Berufsfelder Beratung und Handarbeit beziehungsweise. Produktion. Angestellte im Vertrieb, die beratend arbeiten, würden am ehesten in die Felder Marketing und Kommunikation sowie Automatisierung wechseln.

Gute Chancen für Quereinsteiger in E-Commerce, Vertrieb, Bildung, Sozialem

Ein Quereinstieg muss aber längst nicht so viel fachliche Nähe bedeuten. Wer sich weiterbildet, kann fachfremde Fähigkeiten und neue Kenntnisse aufsatteln, die das eigene Berufsprofil auch für ganz neue Tätigkeitsbereiche attraktiv macht. „Große Chancen für einen Quereinstieg ergeben sich derzeit zum Beispiel in Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle digitalisiert haben, zum Beispiel im Bereich E-Commerce“, sagt Lea Schröder, Manager Communications bei Stepstone.

„Wechselwillige sind aber auch bei Jobs gefragt, bei denen die Zusammenarbeit mit Menschen im Mittelpunkt steht – zum Beispiel im Vertrieb oder im Bildungs- und Sozialbereich. Hier sind in der Regel persönliche Eigenschaften entscheidender als eine langjährige fachliche Qualifikation.“

Aktuell biete der Jobmarkt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zudem sehr gute Chancen in der Logistik, im Gesundheitswesen oder im Handwerk für Menschen, die umschulen möchten.