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Wird Puigdemont jetzt an Spanien überstellt?

·Lesedauer: 1 Min.

Der frühere katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont ist wieder freigelassen worden. Am Donnerstag wurde er wegen eines von Spanien ausgestellten europäischen Haftbefehls nach seiner Ankunft auf der italienischen Insel Sardinien verhaftet.

Ein Berufungsgericht hat Puigdemont ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt, er darf Italien also auch wieder verlassen. Als nächster Gerichtstermin wurde der 4. Oktober festgelegt. Dann wird verhandelt, wie es mit dem von Spanien ausgestellten europäischen Haftbefehl weitergeht.

Anhänger der katalanischen Unabhängigkeit haben am Freitag vor dem italienischen Konsulat in Barcelona protestiert. Sie fordern die Wiederherstellung der parlamentarischen Immunität ihres ehemaligen Regierungschefs, der nach dem illegalen Unabhängigkeitsreferendums von 2017 im Exil lebt. Seither ist ihm die spanische Justiz auf den Fersen.

"Puigdemont ist der 2017 gewählte Präsident Kataloniens, er ist für uns der legitime Präsident von Katalonien", sagt Jordi Cuixart, katalanischer Unabhängigkeitsaktivist und einer der Demonstranten vor dem Konsulat. "Wir wollen mit der spanischen Regierung von Angesicht zu Angesicht darüber diskutieren, was die Lösung dieses Konflikts ist, nicht über das Gericht, sondern durch die Politiker".

Auch Unabhängigkeitsbefürworter auf Sardinien haben protestiert. Die Stadt Alghero, wo Puigdemont verhaftet wurde, wird auch als "kleines Barcelona" bezeichnet und ist eine katalanische Sprachinsel auf Sardinien.

Die Katalanen hatten die Gegend Ende des 14. Jahrhunderts erobert und die einheimische Bevölkerung vertrieben. Puigdemont war auf die Insel gereist, um unter anderem an dem Adifolk-Festival teilzunehmen, einer Veranstaltung zur Verbreitung der katalanischen Kultur. Dazu reisten auch etwa 1000 Katalanen an, von denen er erwarten konnte, dass sie sich lautstark für ihren "Präsidenten im Exil" und die Unabhängigkeit Kataloniens stark machen würden.

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