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Osmans Töchter bei DHDL: „Wir sind stolz, dass man uns nicht mit Döner verbindet“

·Lesedauer: 5 Min.
Die drei Gründerinnen Yudum Korkut, Arzu Bulut und Constanza Hörrmann warten aufgeregt auf die Entscheidung der Jury
Die drei Gründerinnen Yudum Korkut, Arzu Bulut und Constanza Hörrmann warten aufgeregt auf die Entscheidung der Jury

Wenn Arzu Bulut und Yudum Korkut über ihr Geschäft reden, sieht man das Funkeln in den Augen und man bekommt direkt Appetit auf die türkische Küche. Sie wirken nicht wie Geschäftspartnerinnen, sondern wie Seelenverwandte, und es dreht sich alles um das Thema Essen.

Ohne Gastroerfahrung verwirklichte Bulut ihren Traum und eröffnete 2012 das erste Restaurant namens Osmans Töchter. Sie eröffnete ihr erstes Restaurant nicht in Kreuzberg, Neukölln oder Wedding, sondern mitten in Prenzlauer Berg. Hinter der Theke sieht man keinen Dönerspieß oder einen Grill, sondern das Personal, das die türkischen Tapas vorbereitet.

Mittlerweile gibt es zwei Restaurants in Berlin und bei beiden stehen Mezze auf der Karte. „Das sind typisch türkische traditionelle Speisen, die man sich in die Mitte des Tisches stellt”, erklärt Korkut im Gespräch mit Gründerszene. Die Besonderheit bei Osmans Töchter: Türkische Hausfrauen, die in ihren Berliner Restaurantküchen arbeiten, treffen auf die kreativen Ideen von jungen Köchinnen aus Istanbul.

Eigentlich fing alles mit der Frage der Freundin an, warum das leckere Essen der Mutter nicht draußen zu erwerben ist. Bulut antwortete, dass sie mit ihrer Mutter sprechen werde, dass sie mal für einen großen Freundeskreis kochen soll und man könne dann durch die türkische Küche schlemmen. Die Mama machte mit: „Per E-Mail ging eine Einladung an alle raus und wir erhielten um die 66 Anmeldungen. Ich habe eine Galerie gemietet und die Leute fanden es so schön. Ich bekam Feedback wie: Arzu mach das doch einmal im Monat!“.

Mit 44 Freunden auf kulinarische Reise nach Istanbul

Dann flogen Bulut und 44 Freunde auf eine kulinarische Reise nach Istanbul. „Als ich in Istanbul war, war ich so begeistert, was die türkische Küche alles zu bieten hat. Also hatte ich die Idee und schrieb meinen Business-Plan. Das, was ich in Istanbul gesehen habe, wollte ich unbedingt nach Berlin bringen.“

Bulut ist in einer traditionellen Familie aufgewachsen und entschloss sich im Alter von 25 Jahren einen anderen Lebensweg zu beschreiten: „Ich erfüllte mir alles, wovon ich geträumt hatte. Ich fing an zu studieren, absolvierte ein Auslandssemester in England und Hongkong und reiste um die Welt”. Ihre Liebe zum Essen brachte sie auch nach Istanbul und entdeckte dort die Vielfalt der türkischen Küche, die Ihr bis dato so nicht klar war.

Neben den Restaurants starteten die drei Gründerinnen Bulut, Korkut und Constanza Hörrmann einen Onlineshop. Direkt nach dem Start kam die Corona-Pandemie. „Einen Abend vorher saßen wir beisammen und haben überlegt, wie geht es eigentlich weiter mit Osmans Töchter? Eigentlich wäre es doch toll, wenn man die Produkte auch in den Haushalten sehen könnte". Dazu hatte eine Freundin berichtet, dass die Leute in Istanbul wie verrückt Mezze nach Hause bestellen würden, erzählt Yudum Korkut im Gespräch mit Gründerszene.

Im ersten Lockdown die Idee, im zweiten der Start

Dieser Gedanke war für die Damen sehr spannend und würde auch zu ihnen passen. Durch die Pandemie haben die Unternehmerinnen angefangen an der Idee weiterzuarbeiten. „Wir haben an 23 bis 25 Produkten gearbeitet. Wie kann das in den Mezze-Gläsern ausschauen? Welche klassischen Rezepte haben wir und wie können wir diese auf den Gaumen der Leute hier anpassen? Wie könnte das ganze fotografisch aussehen?“, erinnert sich Korkut zurück. Im ersten Lockdown haben sie das Projekt gestartet, im zweiten Lockdown war der Shop tatsächlich online. Ihr Sortiment umfasst 25 Mezze-Variationen, die täglich frisch produziert werden.

„Die Rückmeldungen unserer Kunden waren sehr interessant. Wir haben E-Mails bekommen, in denen stand: endlich habe man die türkische kulinarische Schönheit in unserem Dorf“. Und genau das war der Plan. Man wollte die kleinen Provinzen erreichen, die weniger Gastronomieangebote haben.

„Wir hatten erste Tester und dann hatten wir Menschen, die immer wieder bestellt haben. Unsere Idee, die wir im Kopf hatten, hat sich schnell umgesetzt. Denn plötzlich haben die Leute unsere Produkte als Geschenk bestellt für ihre Liebsten, die sie zum Beispiel zu Weihnachten gerade nicht persönlich sehen konnten. Unternehmer haben mit unseren Paketen ihre Mitarbeiter, die im Homeoffice waren, überrascht“, erzählt Korkut mit einem Lächeln weiter. „Für uns ein schöner Moment zu sehen, dass unsere Produkte nicht nur noch in unseren vier Wänden, also im Restaurant zu sehen sind, sondern auch bei den Menschen zu Hause in den Kühlschränken stehen. Wir wollten von Anfang an die Restaurantqualität zu den Menschen nach Hause bringen. “

Mit der neuen Idee zur Höhle der Löwen

Bulut und Korkut haben sehr viel potenziell in ihrem neuen Geschäftsmodell gesehen und wollten wachsen. Sie erstellten einen Businessplan, um Business Angels von ihrer Idee zu überzeugen und Kapital reinzuholen. Doch es kam alles anders: „Am 30. November sind wir online gegangen. Nur zwei Tage später schrieb uns die Produktionsfirma von Höhle der Löwen, Sony Picture an. Wir halten eure Produkte für großartig, möchtet ihr nicht mitmachen?“

Das war nach eigenen Angaben ein Überraschungsmoment und Bulut soll sehr zögerlich reagiert haben. Die Geschäftsführerin gibt zu, dass sie Höhle der Löwen zuvor nie angeschaut habe und ihr Bruder erzählte schon vor der Einladung zur Sendung, dass sie sich dort bewerben sollte.

Zwei Monate später sagte Bulut dem Format zu. „Mitte Januar haben wir den fertigen Businessplan gehabt. Es haben noch Zahlen gefehlt, aber wir haben Prognosen aufgestellt und wussten, wo wir stehen. Es lief hervorragend. Ich dachte mir, wir haben doch nichts zu verlieren. Wir sollten daraufhin unsere Pakete hinschicken. Anschließend wurden Casting-Videos gedreht.“

Eines der Beweggründe für die Gründerinnen war, etwas für die tolle türkische Küche getan zu haben. „Das sind ganz wichtige Momente. Ein Trend zu setzen, dass es auch anders sein kann. Wir sind stolz drauf, dass man uns nicht nur immer mit Döner und Co. verbindet.“ Die Gründerinnen bezeichnen sich als Genussbotschafterinnen.

Für 170.000 Euro bot das Trio 20 Prozent ihrer Firmenanteile an. Mit Erfolg: Dagmar Wöhrl entschied sich zu einem Investment in das Unternehmen zu den gewünschten Konditionen.

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