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Notfallmaßnahmen der Notenbanken stoppen Absturz der Ölpreise

Die Ölpreise erholten sich am Donnerstagmorgen, nachdem das US-Rohöl am Vortag auf dem niedrigsten Stand seit 18 Jahren notiert hatte.

Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Foto: dpa

Die Ölpreise haben am Donnerstag die Talfahrt der vergangenen Handelstage nach Notmaßnahmen führender Notenbanken im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise vorerst gestoppt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 26,29 Dollar. Das waren 1,41 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI stieg um 2,64 Dollar auf 23,01 Dollar.

Marktbeobachter verwiesen unter anderem auf neue Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). In der vergangenen Nacht hatte die EZB im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Es soll dabei um Staats- und Unternehmensanleihen gehen.

Auch die japanische Notenbank schaltete sich im Kampf gegen die Virus-Folgen erneut in das Marktgeschehen ein. Die Bank von Japan bietet Geschäftsbanken des Landes weitere vier Billionen Yen (rund 34 Milliarden Euro) Liquidität an und weitet das Anleihekaufprogramm um 1,3 Billionen Yen aus. Außerdem hatte die australische Notenbank den Leitzins gesenkt und den Kauf von Anleihen angekündigt.

Saudi-Arabien hat derweil wegen des gesunkenen Ölpreises und des Coronavirus eine Verringerung der Staatsausgaben um fünf Prozent angekündigt. Die Ausgaben sollen um umgerechnet etwa zwölf Milliarden Euro sinken, um den Auswirkungen des Ölpreisrückgangs und der wirtschaftlichen Folgen von Sars-Cov-2 auf das Staatsdefizit Rechnung zu tragen. Finanzminister Mohammed Al-Dschadaan kündigte wegen des Ölpreises weitere Maßnahmen an, ohne ins Detail zu gehen, wie die staatliche Agentur SPA am Mittwochabend berichtete.

Saudi-Arabien benötigt für einen ausgeglichenen Staatshaushalt einen Rohölpreis von etwa 80 Dollar. Der Staat lässt wegen des Coronavirus keine Pilger mehr einreisen, wodurch die Tourismus-Einnahmen versiegen. Er verfügt aber über Devisenreserven von etwa 500 Milliarden Dollar (457 Milliarden Euro).

Zuvor hatte die Furcht vor den konjunkturellen Folgen der Coronakrise und ein Preiskrieg der führenden Ölstaaten Saudi-Arabien und Russland die Ölpreise auf neue Tiefstände fallen lassen. Zeitweise wurde US-Rohöl für etwa 20 Dollar je Barrel gehandelt. Das ist der niedrigste Preis für amerikanisches Öl seit 18 Jahren.

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