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Neues Business Class-Menü der Lufthansa: Hospitality-Chef erklärt, warum der Pfälzer Saumagen für Diskussionen sorgte und das Einwegplastik abgeschafft wird

·Lesedauer: 3 Min.
Ab Mittwoch serviert Lufthansa in der Business Class auf Kurz- und Mittelstrecken neue Produkte in neuem Design.
Ab Mittwoch serviert Lufthansa in der Business Class auf Kurz- und Mittelstrecken neue Produkte in neuem Design.

Wer oft in der Business Class der Lufthansa fliegt, kennt die Speisen in- und auswendig. Aber auch die Wenig-Flieger haben in letzter Zeit gemerkt, dass das bisherige Menü der Lufthansa in die Jahre gekommen ist. Deshalb hat die Fluggesellschaft beschlossen, ihr Konzept zu verändern. Wenn die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter am Mittwochmorgen die ersten Tabletts aus der neuen Reihe „Tasting Heimat“ servieren, wird ein langer Prozess zu Ende gehen.

Wie dieser firmeninterne Prozess lief, hat uns Klaus Berger verraten. Er arbeitet schon lange für Lufthansa und war unter anderem verantwortlich für die First Class-Lounge in München. Heute ist er zuständig für Hospitality und Catering. Am Anfang, erzählt er uns, stand die Befragung zweier Kundengruppen: Zum einen habe man Fluggäste weltweit gefragt, was sie sich von einem gelungenen Business Class-Service wünschen, zum anderen habe man diese Frage den eigenen Lufthansa-Gästen gestellt. „Heraus kamen vier entscheidende Parameter: Die Gäste wollen natürlich eine hohe Qualität, nachhaltige und gesunde Produkte und eine möglichst große Vielfalt.“

Lufthansa will traditionelle Küche modern interpretieren

In Bergers Team waren Mitarbeiter aus dem Produkt- und Brand Management, Vertreter der Kabinencrews und "Gate Gourmet" als neuer Cateringpartner von Lufthansa. Außerdem haben zwei Köche mitgewirkt: mit Julia Komp die jüngste Sterneköchin Deutschlands und mit Dennis Puchert der jüngste Sternekoch der Schweiz. Sie sollten traditionelle deutsche Küche modern interpretieren.

Von „Trial and Error“ auf dem Weg berichtet Klaus Berger: „Wenn wir für den Service an Bord ein neues Food-Konzept entwickeln, muss es Airline-spezifische Anforderungen erfüllen.“ Dass die servierten Speisen zur Marke Lufthansa passen müssen, ist das eine – aber auch die Produktionsmethoden müssten stimmen. Als Beispiel nennt Berger, dass Cateringprodukte an Bord lange vorgekühlt sein müssen, bevor sie ins Flugzeug geliefert werden dürfen.

Der Pfälzer Saumagen hat es nicht an Bord geschafft

„Tasting Heimat“ will die kulinarischen Spezialitäten deutscher Regionen an Bord der Lufthansa bringen. Es sollen zum Beispiel Obazda mit Hackbraten in Anlehnung an die bayerische Küche und – ganz norddeutsch – Garnelen-Salat mit Roter Beete serviert werden. Berger erzählt von leidenschaftlichen Diskussionen im Team.

Teil der Debatte sei unter anderem der Pfälzer Saumagen gewesen. Das ist ein Traditionsgericht aus dem Südwesten der Republik, angeblich das Lieblingsgericht des verstorbenen Alt-Kanzlers Helmut Kohl. Bei der Verkostung habe der Saumagen im Team zwar durchaus Anklang gefunden, bei 80 Prozent der Mitarbeiter. Das reichte aber dennoch nicht. Das Ziel sei gewesen, Produkte an Bord zu bringen, die den Geschmack von möglichst vielen Gästen treffen – auch den der internationalen Passagiere. Das war für Berger eine der größten Herausforderungen: „Wir servieren eben an Bord eines Flugzeugs und nicht im Restaurant, wo man aus sehr vielen Speisen auswählen kann.“

Einwegplastik soll recycelten Materialien weichen

Wie hat Berger den Kundenwunsch nach mehr Nachhaltigkeit umgesetzt? Wenn nach und nach der Altbestand an Einwegplastik verbraucht sei, wolle man nur noch mit langlebigem Equipment aus recycelten Materialien arbeiten. Auch visuell werde sich das neue Konzept durch eine andere Farbgebung von Tablett, Tellern und Schalen vom bisherigen Service abheben.

Die Vielfalt will Berger mit einer höheren Wechselfrequenz sicherstellen: Bisher gab es vier verschiedene Essens-Zyklen, jetzt sollen es sechs werden. So sollen auch Vielflieger mehr Abwechslung bekommen. Außerdem soll es mehr Auswahl an Backwaren geben: Mit zehn verschiedenen Brot- und sechs verschiedenen Brötchensorten werde man ab Mittwoch fliegen, so Berger.

Wenn der neue Service am Mittwoch abhebt, werden Klaus Berger und sein Team nicht nur die Kundenreaktionen evaluieren, sondern parallel an der Zukunft arbeiten: „Mittelfristig soll sich unser Tasting-Heimat-Konzept auch von anderen deutschen Städten kulinarisch inspirieren lassen. Es gibt eben nicht die eine deutsche Küche, sondern wir sind ein Land mit vielen verschiedenen Regionen und jeweils eigenen Spezialitäten.“ Vielleicht ist das ja doch noch ein Hoffnungsschimmer für den Pfälzer Saumagen.

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