Deutsche Märkte geschlossen

Neuer Streamingdienst Quibi: Häppchenweise konsumieren

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin

Filme, News, Lifestyle, Dokus und Shows: Das bietet der neue Streamingdienst Quibi. Alles serviert in kleinen Häppchen mit einer Länge von maximal zehn Minuten. Macht das Sinn?

Der neue Streamingdienst Quibi. (Bild: Getty)

Keine Zeit zum Filme und Serien gucken? Das klingt zu Zeiten der Corona-Krise für viele Menschen eher verrückt. Geschäfte, Restaurants und Kinos sind geschlossen – die meisten von uns haben gerade deshalb von einer Sache viel zu viel: Zeit.

Und ausgerechnet jetzt startet der neue Streamingdienst Quibi fürs Smartphone. Der will Menschen mit Zeitmangel häppchenweise mit Inhalten versorgen. Die können Nutzer etwa anschauen, wenn sie Wartezeiten in der S-Bahn oder an der Supermarktkasse überbrücken wollen. Denn die gestreamten Inhalte werden in superkurzen Episoden serviert, die zwischen sieben und zehn Minuten dauern.

1,1 Milliarden US-Dollar sollen in Eigenproduktionen fließen

Quibi steht für „Quick Bites“ („schnelle Bissen“) und wurde 2018 von Filmproduzent Jeffrey Katzenberg gegründet. Das Unternehmen konnte elf namhafte Investoren wie Walt Disney, WarnerMedia, NBCUniversal und Sony Pictures für sich gewinnen, mit deren Geldern nun im ersten Jahr 1,1 Milliarden US-Dollar in Eigenproduktionen fließen sollen.

Lesen Sie auch: Top-Serien zum Binge-Watchen

Darunter etwa “Spielberg's After Dark”, einer Show von Steven Spielberg, die erst nach Sonnenuntergang angeschaut werden kann, Thriller wie „Most Dangerous Game“ mit Christoph Waltz und Liam Hemsworth und „Survive“ mit Sophie Turner und Corey Hawkins.

Was hat Quibi zu bieten? (Bild: Screenshot Quibi.com)

Insgesamt plant Quibi die Produktion von 8.500 Kurzform-Episoden und 175 Shows. Das Streaming ist speziell für mobile Geräte konzipiert und kann durch die sogenannte „Turnstyle-Technologie“ auf den Geräten im Hoch oder Querformat angezeigt werden.

Groß oder klein?

Allerdings stellt sich schon beim ersten Reinschauen die Frage, ob alle Inhalte wirklich geeignet sind, sie auf relativ kleinen Handy-Bildschirmen zu betrachten. Etwa, wenn man einen Blick in die Dokumentarserie “Fierce Queens” mit Reese Witherspoon wirft, die Aufnahmen von Geparden und Hyänen in freier Wildbahn präsentiert. Oder Naturaufnahmen von der Antarktis – Bilder, die man eigentlich im Großformat anschauen möchte.

Lesen Sie auch: Corona-Krise: Geht Netflix der Nachschub aus?

Auch in zehnminütige Stücke zerhackte Spielfilme sind vielleicht nicht jedermanns Sache. Könnte sein, dass man da schnell mal den Faden verliert.

Geeigneter scheinen da Formate wie Shows, in der die Zuschauer Tipps für ein glücklicheres Leben bekommen, Kochshows oder die schrille “Gayme Show”. Das Angebot zum Start ist vielfältig.

90 Tage kostenlos testen

Wer in die App reinschauen möchte, kann das 90 Tage gratis. Danach kostet der Dienst in Deutschland 8,99 Euro pro Monat. In den USA kostet Quibi monatlich 7,99 US-Dollar und ist dort außerdem in einer verbilligten Fassung mit Werbeclips für 4,99 US-Dollar erhältlich.

Allerdings sind derzeit nur amerikanische Produktionen in englischer Sprache verfügbar.

Lesen Sie auch: Disney+: Alles Wissenswerte rund um Disneys Streaming-Dienst