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Was die neue CO2-Steuer für Verbraucher bedeutet

·Lesedauer: 4 Min.

Im Mai 2020 hat die Bundesregierung einen einheitlichen Preis für den Ausstoß von CO2 beschlossen. Verbraucher müssen mit höheren Preisen und Kosten rechnen.

19.08.2020, Niedersachsen, Hohenhameln: Die Sonne geht hinter dem Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine auf. Deutschland soll bis spätestens 2038 aus der klimaschädlichen Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle aussteigen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa
19.08.2020, Niedersachsen, Hohenhameln: Die Sonne geht hinter dem Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine auf. Deutschland soll bis spätestens 2038 aus der klimaschädlichen Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle aussteigen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa

Spätestens seit den Fridays For Future-Demonstrationen ist der Klimawandel im Bewusstsein vieler Deutscher angekommen. Die große Zustimmung der Grünen bei den Kommunalwahlen in NRW haben gezeigt, dass Klimaschutz auch in der Politik entscheidend ist.

SPD-Umweltministerin Svenja Schulz hat daher eine CO2-Steuer für Deutschland auf den Weg gebracht, die ab Januar 2021 gelten soll. Die CO2-Steuer soll helfen, Treibhausgase zu minimieren und die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Die CO2-Steuer auch Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur CO2-Steuer im Überblick.

CO2-Steuer in Deutschland: Preis, Kosten und Folgen im Überblick

Was ist die CO2-Steuer?

Als CO2-Steuer bezeichnet man Abgaben, die für die Emission von Kohlenstoffdioxid fällig werden. Kohlenstoffdioxid ist ein Gas, das sowohl in der Atmosphäre als auch in Vegetation und Ozeanen zu finden ist. Zusammen mit Wasser ernähren sich Pflanzen davon und stellen bei der Photosynthese Sauerstoff her. Doch wenn es zu viel CO2 gibt, erwärmt sich das Klima. Grund dafür, ist die Verbrennung von Rohstoffen wie Erdöl oder Kohle.

Diese Veränderungen des Klimas haben wiederum Auswirkungen auf die Lebensbedingungen von Mensch und Tier. Eine CO2-Steuer soll bezwecken, dass die negativen Auswirkungen der Emissionen durch einen Preis abgegolten und verringert werden.

Wann soll die CO2-Steuer in Deutschland eingeführt werden?

Die CO2-Steuer auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas soll in Deutschland ab Januar 2021 gelten. Bisher müssen Unternehmen bestimmter Sektoren für den Ausstoß von CO2 zahlen. Dazu gehören beispielsweise Fluggesellschaften oder Industrieunternehmen, die eine große Menge des Treibhausgases produzieren. Mit einem einheitlichen CO2-Preis ab 2021 will Deutschland seine CO2-Reduzierungsziele erreichen. Somit muss jeder, der Waren oder Dienstleistungen anbietet und dabei CO2 ausstößt, diese Steuer zahlen. Es ist jedoch denkbar, dass Unternehmen die Steuer auf die Verbraucher umwälzen. Einige Produkte und Dienstleistungen könnten dann teurer werden.

Wie genau sollen die Treibhausgase ab 2021 in Deutschland besteuert werden?

Die Bundesregierung sieht vor, dass betroffene Unternehmen Zertifikate erwerben, die ihnen ein Verschmutzungsrecht für das Ausstoßen von Treibhausgasen gibt. Die Zertifikate werden über den nationalen Emissionshandel erworben.

Welche Kosten entstehen durch eine CO2-Steuer?

Am 20. Mai 2020 hat die Bundesregierung beschlossen, dass der Preis für eine Tonne CO2 ab Januar 2021 zunächst 25 Euro beträgt. Bis zum Jahr 2025 soll der Preis jedoch schrittweise auf bis zu 55 Euro steigen.

Welche Folgen hat die CO2-Steuer für Autofahrer und Pendler?

Autofahrer und Pendler müssen aufgrund der CO2-Steuer mit höheren Spritkosten rechnen. Bei dem veranschlagten Preis von 25 Euro pro Tonne CO2, steigt der Benzinpreis ungefähr um 7,5 Cent. Pendler können immerhin ein wenig aufatmen: als Ausgleich für den höheren Spritpreis, soll die Pendlerpauschale um 5 Cent angehoben werden.

Welche Vorteile und Nachteile hat eine CO2-Steuer?

Werden die schädlichen Treibhausgase in Zukunft besteuert, hat dies verschiedene Vor- und Nachteile. Es gibt sowohl Befürworter als auch Gegner der CO2-Steuer. Die Vor- und Nachteile im Überblick.

Pro:

  • Die Verursacher hoher Emissionen werden direkt zur Kasse gebeten – wer sich nicht klimafreundlich verhält, zahlt drauf. Die CO2-Steuer fördert also ein klimafreundliches Verhalten.

  • Verhalten, dass die Umwelt schont, wird indirekt belohnt, indem keine zusätzliche Steuer gezahlt werden muss. Menschen, die öfter auch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, anstatt täglich mit dem Auto, sind somit beispielsweise im Vorteil.

Contra:

  • Die Steuerlast in Deutschland ist auch ohne eine neue CO2-Steuer schon hoch. In dieser Steuerlast sind bereits umweltbezogene Steuern integriert, die das Klimaproblem bisher auch nicht gelöst haben.

  • Durch eine Steuer wird der übermäßige CO2-Ausstoß nicht direkt verhindert. Es ist fraglich, ob die neue Steuer wirklich dazu führt, dass Menschen ihr Verhalten ändern oder schlicht den Aufpreis zahlen.

Wie funktioniert die CO2-Steuer in Schweden?

In Schweden gibt es die CO2-Steuer bereits seit 1991. Schweden plant bis zum Jahr 2045 CO2-neutral zu sein. Unternehmen sowie Privatpersonen zahlen in Schweden umgerechnet etwa 115 Euro Steuern je Tonne CO2. Die radikale Steuer führte dazu, dass die Schweden kaum noch mit Öl heizen. Stattdessen nutzen sie vermehrt Abwärme der Industrie, sowie Erdgas. Die CO2-Steuer in Schweden konnte also durchaus eine positive Veränderung bewirken. Allerdings wurde mit der Einführung der CO2-Steuer auch die Lohnsteuer gesenkt.