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Nestlé-Chef: Gesundheitsbewusstsein bleibt auch nach Corona Trend

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch nach der Corona-Krise werden nach Einschätzung von Nestlé-Chef Mark Schneider viele Menschen Wert auf gesunde Ernährung legen. Das Gesundheitsbewusstsein in aller Welt habe mit der Pandemie zugenommen, sagte der Manager vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). "Die Themen Immunität und Gewichtskontrolle werden sich auch nach der Pandemie halten." Auch werde in Zeiten von Homeoffice der Konsum zu Hause, etwa von Kaffee, wachsen.

Nestlé richtet sein Portfolio an Getränken, Snacks und Lebensmitteln seit längerem auf den Gesundheitstrend aus. Erst am Montag bestätigte der Schweizer Lebensmittelkonzern Gerüchte, wonach er den US-Vitaminhersteller The Bountiful ganz oder teilweise übernehmen will. Das New Yorker Unternehmen handelt mit Vitaminen, Mineralien und pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln. Laut Medienberichten geht es um einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag.

Den geplanten Deal kommentierte Schneider nicht. Prinzipiell habe die Frage "Habe ich alle Vitamine, die ich brauche?" für viele Menschen mit Corona an Bedeutung gewonnen. Auch das Geschäft mit Wasser richtet Nestlé neu aus: Während der Konzern preiswerte Marken in Nordamerika abstieß, will sich Nestlé auf Premium-Marken und Wasser mit Zusatzstoffen wie Mineralien oder Koffein konzentrieren.

Der Nahrungsmittelkonzern, der für Kaffee, Snacks, Tiefkühlpizzen, Eissorten und Maggi-Fertiggerichte bekannt ist, steht unter dem Druck neuer Ernährungsgewohnheiten. Nachhaltigkeit und Nahrung mit weniger Salz, Zucker und Fett spielten bei gerade bei jüngeren, gut ausgebildeten Konsumenten eine große Rolle, sagte Schneider. "Den Kontakt zur jüngeren Generation dürfen wir nicht verlieren."

Nestle <CH0038863350> hatte im ersten Quartal ein starkes Umsatzwachstum von 7,7 Prozent aus eigener Kraft berichtet. Treiber war vor allem Kaffee. Aber auch Backmischungen, Fertiggerichte und Tierfutter waren gefragt. Das hohe Wachstum werde Nestlé nicht halten können, sagte Schneider. Er rechne mit einer Normalisierung im Jahresverlauf.